Rekordreif: Malawi-See umfahren

Abenteuer-Trip in Afrika: In 14 Tagen hat die Bwanna-Tucke-Tucke-Crew  den Malawi-See umfahren und dabei 3416 Kilometer zurückgelegt.
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Abenteuer-Trip in Afrika: In 14 Tagen hat die Bwanna-Tucke-Tucke-Crew den Malawi-See umfahren und dabei 3416 Kilometer zurückgelegt.

Hohenlockstedter Carsten Möhle umrundet als Erster den Malawi-See in Afrika / Antrag für Eintrag ins Guinness-Buch gestellt

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16. Februar 2013, 03:59 Uhr

Hohenlockstedt | Der Malawi-See ist ist der drittgrößte See Afrikas: 600 Kilometer lang und 50 Kilometer breit - jetzt ist er erstmals umfahren worden. Vom gebürtigen Hohenlockstedter Carsten Möhle. "Erst bei der Planung haben wir bemerkt, dass wir die Ersten sein werden", sagt der 48-Jährige. Dies will er nun auch im Guinness-Buch der Rekorde festhalten lassen. Der Antrag ist gestellt. 3416 Kilometer hat die die Bwanna-Tucke-Tucke-Crew dabei in 14 Tagen zurückgelegt.

Einmal im Jahr kehrt Carsten Möhle, der auf 27 Jahre Safari-Erfahrung zurückblicken kann, für drei Monate in seine alte Heimat zurück, kümmert sich um alte Freunde und hält Vorträge. Den Rest des Jahres verbringt er im südlichen Afrika, veranstaltet als Bwana Tucke Tucke mit seinem Reisebüro individuelle Selbstfahrer-Reisen und begleitete Touren. Im Gepäck hat er fast jedesmal neue Abenteuer und Geschichten - wie diesmal die See-Umfahrung. Der Lake Malawi ist von drei Ländern umgeben: Tansania, Malawi und Mosambik. "Mich interessierte das Gefühl, mich mit keinem richtig verständigen zu können in Nordmosambik, weil keiner Englisch spricht und vielleicht nur einige wenige Kisuaheli."

Teile der Gebiete, die die vierköpfige Gruppe, darunter Koch, Fahrer und ein Gast, durchfuhren , waren noch weiße Flecken auf den Landkarten. "Ich wollte mich mal wieder richtig verirren, den heißen Lauf durchs Rückenmark spüren, wenn man gerade realisiert, dass man keine Ahnung hat, wo man ist", beschreibt Möhle seine Motivation. Die Erlebnisdichte treibe ihn. Und diese sei wieder sehr hoch gewesen: Er holte sich Tropengeschwüre an den Beinen ("Ich weiß jetzt wieder, wie leidensfähig ich bin"), setzte mit einem Segelboot vor der Küste Sansibars auf die Gräberinsel über und barg aus einem Kratersee alte Münzen der ehemaligen deutsch-ostafrikanischen Währung Heller und Rupie.

Möhle sucht das Abenteuer im süd lichen Afrika. "Geringes Risiko, geringe Bewusstseinserweiterung, geringer Reiz. Also ist man immer mal wieder aufs Gegenteil aus. So funktioniert Abenteuer." Dies bedeutet für ihn aber nicht, zum Hasardeur zu werden. Im lateinischen Herkunftswort advenire stecke ja auch das "Ankommen" bereits drin. "Ich freue mich auf die Rückkehr und die vielen Lagerfeuergeschichten, die ich erzählen kann, wenn ich wieder nach Hause zurückkehre."

Erzählen will Bwana Tucke Tucke seine Geschichten jetzt wieder in Deutschland - auch wenn hier das wärmende Lager feuer fehlt. Quer durch das Land reist der 48-Jährige mit den Vorträgen. Diese handeln auch von Deutschen, die vor merh als 100 Jahren auf Entdeckertour in Afrika waren und deren Spuren Möhle folgt und bei seinen Recherchen ausgräbt. Diesmal berichtet er unter anderem über das deutsche Forscherwunderkind Dr. Albrecht Roscher (1836 bis 1860), der mit 23 Jahren am Lake Malawi erschlagen wurde. "Vermutlich wurde er von einem Häuptling ermordet", meint Bwanna Tucke Tucke.

Sein Abenteuerdrang lässt ihn auch in diesem Jahr nicht los. Wieder einmal sucht er das letzte Gefechtsfeld des Hottentotten-Krieges. Ziel ist es, das Gefechtsfeld eindeutig zu identifizieren und die Grabsteine an die richtige Stelle zu bringen. Am 16. März 1908 fand das Gefecht statt . Hauptmann Friedrich von Erckert bekam damals den Auftrag, die letzten "aufständischen" Hottentotten (heute Nama) zu bekämpfen, die aus der Kalahari, vom britischen Gebiet aus, immer wieder deutsche Siedlungen und Posten angriffen. Zwei Mal hat Möhle bereits einen Versuch gestartet und die Route auch nachverfolgen können. Doch auf das Gefechtsfeld und die Gräber ist er nicht gestoßen. "Wenn wir den Ort finden, ist dies wieder eine kleine Krönung meiner Biografie", sagt der Wahl-Afrikaner. Und wenn nicht: "Dann grabe ich die nächste Geschichte aus." Weitere Infos: www.bwana.de

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