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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 01:19 Uhr

Gute Bilanz : Rekordjahr im Hablik-Museum

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Besucherzahl in Itzehoer Wenzel-Hablik-Museum steigt um 30 Prozent. Ein Grund: Viele Angebote für Kinder.

von
erstellt am 05.Feb.2014 | 16:45 Uhr

Arbeiten von Oskar Kokoschka, Werke aus der Künstlerkolonie Nidden und Habliks Tierwelt – so unterschiedlich die drei Ausstellungen des Jahres 2013 im Wenzel-Hablik-Museum auch waren, sie haben eines gemeinsam: „Alle drei waren qualitativ hochwertig und ausgesprochene Publikumslieblinge“, sagt Harald Brommer, Vorsitzender der Wenzel-Hablik-Stiftung. Das bescherte der Einrichtung ein Rekordjahr: Mehr als 5000 Menschen besuchten das Museum, eine Steigerung von fast 30 Prozent. Für ein Haus dieser Größenordnung seien um die 3000 Besucher der Schnitt.

Nicht nur die Ausstellungen haben zum Erfolg beigetragen, weiß Brommer, sondern vor allem auch die „flankierenden Sonderprogramme“, die Museumsleiterin Katrin Maibaum organisiert hat – von Vorträgen über Malkurse bis zu Yoga. Insgesamt gab es 67 solcher Veranstaltungen. „Sie werden durch die Bank gut angenommen“, freut sich Brommer.

Doch bei aller Freude gibt es auch einen Haken: „Von der Personalkapazität her sind wir am Limit angelangt.“ Denn die Organisation müsse neben dem laufenden Museumsgeschäft geleistet werden. „Das ist nur zu schaffen, weil wir eine Teilnehmerin im Freiwilligen Sozialen Jahr und eine Volontärin haben“, betont Brommer.

Nichtsdestotrotz soll das erfolgreiche Konzept weitergeführt werden – und das gilt insbesondere für das Bemühen Katrin Maibaums, das Hablik-Museum als außerschulischen Lernort zu etablieren. Sie habe alle Grundschulen in der Umgebung angesprochen, um sie ins Museum zu locken und ihnen so die Kultur näher zu bringen. Mit Erfolg: Mehr als 300 Kinder aus dem gesamten Kreis beschäftigten sich mit Wenzel Hablik. Nach einer Führung dürfen sie selbst ein Werk gestalten. „Hablik eignet sich mit seinen Utopien sehr gut dafür, Kinder können das toll umsetzen“, sagt die Museumsleiterin. „Und es bleibt eine positive Erinnerung, wenn sie selbst etwas gestalten und mitnehmen können.“

Doch nicht nur für die Kultur in der Region ist das Museum ein wichtiger Baustein – 60 Prozent der Besucher kommen von hier –, sondern es macht Itzehoe auch weit über Itzehoe hinaus bekannt. 20 Prozent der Gäste stammen aus dem norddeutschen Raum, weitere 20 kommen aus dem Rest der Republik oder sogar dem Ausland. Leihgaben für andere Ausstellungen tragen ebenfalls zum guten Ruf des Museums bei – so gibt es im Sommer zum Beispiel eine Hablik-Ausstellung auf Sylt.

Möglich ist das vielfältige Programm nur durch die Unterstützung der Stadt und der Sponsoren sowie des Fördervereins mit seinen 120 Mitgliedern. Denn auch wenn sich die steigenden Besucherzahlen in den Einnahmen niederschlagen, hat es nicht für eine schwarze Null gereicht. Und auch in das Jahr 2014 gehe die Stiftung mit einer Lücke von 20 000 Euro. „Wir haben uns vorgenommen, das Museum in die Lage zu versetzen, das gleiche Programm zu stemmen wie 2013“, sagt Brommer. „Aber wir wissen noch nicht, wie wir das finanzieren können.“

Den Auftakt 2014 macht im März „Farben sind leuchtendes Leben“ mit Werken von Helene Gries-Danican. Danach folgt ein Einblick in das Gesamtkunstwerk von Johann und Jutta Bossard, bevor zum 60. Geburtstag des Künstlers Aquarelle von Friedel Anderson gezeigt werden.

Auch in der Villa in der Talstraße gibt es wieder Führungen. „Die Nachfrage ist sehr groß“, sagt Katrin Maibaum und freut sich über die gute Kooperation. Genau wie Harald Brommer: „So traurig wir sind, dass die Villa nicht zum Museum werden konnte, so dankbar sind wir, dass der neue Eigentümer uns so gut unterstützt.“


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