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Kultur in Itzehoe : Reise in eine namenlose Zeit

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Am Sonntag um 19 Uhr präsentieren die Teilnehmer im Rahmen der Jugendkulturwoche im Theater Itzehoe ihr Live-Hörspiel im Studio.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2017 | 07:06 Uhr

Es klingt wie Wellen, die sich am Strand brechen, als die zehnjährige Eske die Perlen in ihrer Ocean-Drum vorsichtig von der einen in die andere Richtung rollen lässt. Rieke (11) setzt mit dem Regenmacher ein, und Bente (12) drückt langsam einen Schuh, den sie in der Hand hält, in eine Wanne voller Kieselsteine. Konzentriert proben die 17 Teilnehmer der diesjährigen Jugendkulturwoche ihr Live-Hörspiel „Namenlose Zeit“. Am Sonntag soll das fertige Stück ab 19 Uhr im Studio des Theaters aufgeführt werden.

Zwei Tage zuvor haben die Proben für die Schüler mit Theaterpädagogin Britta Schramm und dem Hamburger Musiker, Komponisten, Regisseur und Schauspieler Thomas Esser begonnen. Ziel sollte es unter anderem sein, das Erzähltheater kennenzulernen und gemeinsam ein Live-Hörspiel zu entwickeln. Für die passende Beleuchtung sorgt Uwe Dennull.

„Zuerst haben wir Vorschläge gesammelt“, erzählt der elfjährige Bardhyl – einer der zwei Jungs, die gemeinsam mit 15 Mädchen an der Jugendkulturwoche teilnehmen. Sollte es eine Fantasy-Geschichte werden? Oder vielleicht ein Krimi? Welche Rollen sollen vorkommen? Entschieden haben sie sich für „Fantasy-Quatsch“, wie Finja (14) es bezeichnet. Sie war es auch, die die Idee mit der Zeitmaschine hatte, nachdem die Frage aufkam, in welcher Zeit das Stück spielen solle.

In der Geschichte geht es um Maik und Sarah, die nach dem Tod des Großvaters eben diese Zeitmaschine in der Werkstatt des Verstorbenen finden. „Maik ist so ein Unvorsichtiger und drückt sofort auf einen der Knöpfe“, verrät Rieke – und plötzlich befinden sich die beiden Hauptcharaktere in einem Wald in einer anderen Zeit – einer namenlosen Zeit. Dort tauchen böse Gestalten auf, denen sie aber nicht allein gegenübertreten müssen: Zur Hilfe kommen unter anderem ein freundlicher Vampir und die gute Fee.

Schon zur ersten Probe am Mittwoch hatten Britta Schramm und Thomas Esser Musikinstrumente und verschiedene Utensilien zum Produzieren der Geräusche dabei. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen wurde dann überlegt, wie diese eingesetzt werden können, sagt Esser. So klingen ein Kissen und eine Decke wie die Flügelschläge des Vampirs, eine Plastiktüte zusammen mit Alufolie wie ein Feuer und ein Fechtkampf wird mit Essbesteck nachgestellt. Und da auch noch zwei Kokosnuss-Hälften dabei waren, wurden kurzerhand Pferde in die Geschichte eingebaut.

„Alle haben wirklich gut gearbeitet“, freut sich Britta Schramm. Vier Tage lang wurde von 9 bis 15 Uhr im Studio geprobt. Neben der Entdeckung der Stimme und des Körpers als Mittel des ausdruckstarken Erzählens sollte für die 11- bis 16-jährigen Teilnehmer auch das Experimentieren mit dem technischem Equipment im Vordergrund stehen. Die Theaterpädagogin hat die Jugendkulturwoche bereits in den Vorjahren betreut, als Schüler unter anderem Schatten- oder Improvisationstheaterstücke auf die Bühne gebracht haben. Dieses Mal hat sie mit den Teilnehmern auch das 20-seitige Skript ausgearbeitet. Wie die Geschichte endet, soll vorab allerdings noch nicht verraten werden. Nur so viel: Am Ende gibt es eine Party.

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