Reisbeutel-Weitwurf auf dem Deich: Wattolümpiade wird multikulturell

Freuen sich auf eine internationale Wattolümpiade (v.li.): Sören Mootz, Michael Behrendt, Michael Schittek und Torsten Lange. Foto: dao
Freuen sich auf eine internationale Wattolümpiade (v.li.): Sören Mootz, Michael Behrendt, Michael Schittek und Torsten Lange. Foto: dao

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07. April 2012, 03:59 Uhr

brunsbüttel | Sich einmal so richtig im Dreck suhlen, jede Menge Spaß haben und dabei auch noch etwas Gutes tun - dafür reisen die Teilnehmer der Brunsbütteler Wattolümpiade sogar aus ganz Europa an. Aber was ist mit den vielen Zuschauern, die sich das Schlick-Spektakel aus sicherer Entfernung ansehen?

Um auch denen ein an gemessenes Rahmenprogramm zu bieten, haben Veranstalter und Stadtmanagement in diesem Jahr etwas ganz besonderes einfallen lassen: Auf der Rasen-Tribüne sollen Ende Juli eine Reihe verrückter und skurriler Spiele das Publikum bei Laune halten, während die Wattlethen im Schlamm um den olümpischen Titel kämpfen. "Wir wollen eine Art Spiel ohne Grenzen auf dem Deich veranstalten", kündigte Stadtmanager Torsten Lange an.

Der Clou dabei: Organisiert werden soll das Ganze von Jugendlichen aus der ganzen Welt, die sich in der Schleusenstadt zu einem "Workcamp" treffen. Die Idee dieser Jugendbewegung, die von der "Youth Action for Peace" - einer christlichen Jugendorganisation - veranstaltet wird, ist Folgende: Junge Menschen verschiedenster Nationalitäten leben und arbeiten zwei Wochen lang zusammen an einem Ort und unterstützen damit ein soziales Projekt.

Im Fall der Wattolümpiade soll eine Gruppe von 16 Jugendlichen möglichst kindgrechte Spiele aus ihrer Heimat präsentieren. "Das könnte zum Beispiel Reisbeutel-Weitwurf sein - das asiatische Pendant zum Teebeutel-Weitwurf", spekuliert Michael Behrendt. Um das Freiwilligen-Team möglichst bunt zu halten, sollen dabei höchstens zwei Teilnehmer aus demselben Land kommen. Das garantiert eine multikulturelle Mischung, die laut Organisator Behrendt perfekt in das Konzept der Schlamm-Spiele passt: "Die Wattolümpiade hat ja bereits einen internationalen Anstrich, denn wir haben regelmäßig Teilnehmer aus Italien, Dänemark oder Belgien."

Sechs Stunden am Tag werden die Workcamper vom 19. bis 31. Juli beim Auf- und Abbau sowie der Organisation der wattolümpischen Spiele mitwirken. Damit die ausländischen Gäste vor Ort gut betreut sind, hat die Stadt mit Michael Schittek und Sören Mootz zwei ihrer Azubis gestellt, die in dieser Zeit als Ansprechpartner fungieren werden.

Damit der Kaufmann für Tourismus in spe und Freizeit und der angehende Verwaltungsfachangestellte auch gut vorbereitet sind, werden vorher einen fünf tägigen Teamer-Lehrgang besuchen, in dem sie auf ihre bevorstehende Aufgabe als Kulturvermittler vorbereitet werden. "Das ist schon eine Herausforderung, auch mal Verantwortung zu übernehmen", freute sich Mootz auf die Aufgabe.

Als er die Ausschreibung für das Workcamp las, musste Stadtmanager Torsten Lange nicht lange überlegen: "Wir unterstützen das als Stadt natürlich gerne, weil die Wattolümpiade unser Aushängeschild ist."

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