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Jugendzentrum Glückstadt : Reifen aufziehen – Pedale montieren

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Neues Projekt im Jugendzentrum: Fachleute helfen beim Reparieren und Selberbauen von Fahrrädern. Spenden sind willkommen

von
erstellt am 23.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Einen neuen Sattel aufmontieren oder den Reifen aufziehen: Viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben gar nicht gelernt, ein Fahrrad selbst zu reparieren. Wer es nicht kann, aber ein defektes Fahrrad gerne selbst reparieren würde, kann das demnächst im Jugendzentrum lernen. Und hat dort sogar die Möglichkeit, aus alten Rädern ein neues zu bauen. Dabei helfen Karsten Flemming (46) von den Glückstädter Werkstätten und Sven Jäsch (34), der sich ehrenamtlich bei der Stadt für Flüchtlinge engagiert.

Möglich ist dieses Projekt, weil die Werkstatt im Jugendzentrum jetzt zur Fahrradwerkstatt wird. Doch ist die Hilfe der Bürger gefragt, denn es werden Fahrrad-Spenden gesucht – egal ob weitgehend intakt oder nur noch als Rahmen vorhanden. „Ich hoffe auch auf einen Fundus an Teilen, die nicht mehr gebraucht werden“, sagt Jugendzentrumsmitarbeiterin Sara Sunniva Vogel (29). Teile und Werkzeuge rund ums Rad, die vielleicht nicht mehr gebraucht werden. „Wir brauchen vieles, angefangen von der Pedale über einen Sattel bis hin zu Fahrradkörben.“

Ziel ist für sie, dass in diesem gemeinnützigen Projekt Kompetenzen vermittelt werden. Dazu gehört ebenfalls die Sprache, denn auch junge Flüchtlinge sollen die Möglichkeit bekommen, mitzuarbeiten. Deshalb engagiert sich auch die Integrationsbeauftragte der Stadt, Katharina Schmidt (30), für das Projekt: „Die Fahrradwerkstatt bietet Bedürftigen aus Glückstadt die Möglichkeit, sich ein eigenes Fahrrad zu erarbeiten oder das eigene Rad in Stand zu setzen. Die Hilfe zur Selbsthilfe steht im Vordergrund.“ Wer dabei sei, könne Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen und entwickeln. Katharina Schmidt unterstreicht, dass keine Konkurrenz zu örtlichen Fahrradhändlern entstehen soll. Das Projekt sei mit ihnen abgesprochen. Die Idee dazu entstand übrigens aus Gesprächen zwischen Sara Sunniva Vogel, Pastorin Gabriele Schinkel und Katharine Schmidt.

Die Werkstatt werde durch Spenden finanziert und verfolgt keine kommerziellen Ziele, so Schmidt weiter. Zu den Sponsoren gehören auch die Serviceclubs Lions und Soroptimistinnen – sie geben Geld, um spezielles Werkzeug kaufen zu können. Karsten Flemming bietet zudem in jedem Quartal einen Reparaturkursus für acht Teilnehmer an. Ihm ist es ganz wichtig, das jeder auch lernt, dass aus Sicherheitsgründen beispielsweise das Licht am Rad funktionieren muss. Allen liege daran, dass Fahrräder verkehrstauglich sind. Außerdem erklärt der 46-jährige Fachmann sich bereit, nach seiner Arbeitszeit abends zu helfen. Auch wenn die Werkstatt zunächst nur an zwei Tagen geöffnet hat, geht Sara Sunniva Vogel davon aus, dass so mancher Junge wohl öfter an seinem Rad arbeiten will. Auch das soll ermöglicht werden. Deshalb soll jeder in der Lage sein, sein Fahrrad selber reparieren zu können.

Fahrradspenden können direkt im Jugendzentrum abgegeben werden. Wer alte Räder nicht selbst bringen kann, kann sich bei Katharina Schmidt unter 04124/930530 melden. Dann organisiert Sven Jäsch einen Abholservice. Er freut sich auf die Aufgabe, er hat bereits 14 Räder für syrische Flüchtlinge zusammengebaut.

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