Regionalschule: Sportlich ins Leben verabschiedet

Das Bläserkonzert, hier mit Birte Kohnagel und Daniel Lüders, sorgte für Unterhaltung.
Das Bläserkonzert, hier mit Birte Kohnagel und Daniel Lüders, sorgte für Unterhaltung.

91 Schüler wurden gestern feierlich entlassen und bekamen ihre Zeugnisse

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16. Juni 2012, 08:13 Uhr

Glückstadt | "Achtet auf das, was wichtig ist. Setzt Prioritäten." Das gab Herbert Frauen, Schulleiter der Regionalschule, gestern 91 Abgangsschülern aus fünf Klassen mit auf den künftigen Lebensweg. Alle, die zur Prüfung angetreten waren, hatten auch bestanden.

Vor zahlreichen Gästen holte Herbert Frauen eine Plastikschale hervor und füllte sie mit Tennisbällen. Dass das Gefäß nicht wirklich voll ist, zeigte er , in dem er erst Kieselsteine dazu füllte, dann Sand und zum Schluss goss er ein Glas Bier hinein. "Das Gefäß ist wie Euer Leben. Die Tennisbälle sind die wichtigen Dinge, wie Familie und Gesundheit. Die leidenschaftlichen Aspekte, die Euer Leben noch erfüllen werden." Die Kieselsteine symbolisieren Dinge wie Arbeit, Haus und Auto - der Sand die Kleinigkeiten. Wer zuerst Sand einfüllt, wird keine Tennisbälle mehr hereinbekommen. "Achtet immer zuerst auf die Tennisbälle." Und: "Egal wie schwierig das Leben sein mag, es ist immer noch Platz für ein bis zwei Bier."

Ansonsten zog Herbert Frauen den Vergleich zur Europameisterschaft im Fußball. Er bezeichnete die Schüler als "starken Spielerkader", die Lehrer als Trainer, die Eltern an diesem Tag als "Fanblock" und die Ehrengäste saßen in der "VIP-Lounge". Besonders begrüßte er die Vorsitzende vom Förderverein, Tanja Nissen. Sie sorge dafür, dass "niemand an der Schule verhungert".

Den Bogen zum Sport spannte auch Arturo Mescia als Sprecher der Eltern. Er verglich die Schulzeit mit der Tour de France, wo es erste Flachetappen gab, dann erste Berge und zum Schluss Königsetappen.

Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete der Film, den Schüler der H9a gedreht hatten. Mehrere Schüler kamen nacheinander in die Klasse ihres Lehrers Björn Wulkop und entschuldigten sich mit Erklärungen, warum sie zu spät kommen. Die Zuschauer erfuhren dann in kleinen Film-Sequenzen die Details. Ein Schüler musste etwa "die Welt retten". Die Zuschauer sahen ihn durch die Schule rasen und Hausmeistern und Lehrern bei Kleinigkeiten zur Hand gehen.

Ein anderer, der dem Lehrer sagte, er habe seinen Wecker nicht gehört, hatte diesen morgens mit dem Vorschlagshammer zertrümmert. Das Publikum fand den Film ungemein lustig, klasse gespielt und technisch gut aufgearbeitet. Dafür gab es speziellen Applaus.

Als Seefahrt stellten die Lehrerinnen Gabriele Sachse und Gudrun Wähling die Schulzeit dar. Und alle hatten den Leuchtturm im Blick, den Schüler aus Pappe für die Veranstaltung gebaut hatten. Es ging um Leuchttürme, von denen die Schüler Ausschau gehalten haben aufs Leben. "Heute begeben sich fünf Schiffe auf eine neue Reise zu neuen Liegeplätzen", sagte Gudrun Wähling."

Schülersprecher Jan-Hendrick Grüntz hielt seine Rede mit einem gewissen Augenzwinkern. Auch er zog sportliche Vergleiche: "Das Spiel wurde anspruchsvoller". Er erzählte von Schülern, die Lehrer für Außerirdische hielten, aber inzwischen eine Ahnung davon haben, dass sie ihnen etwas bedeuten. Für alles, auch die Überwindung von Schwierigkeiten, erklärte er: "Ich sage Danke."

Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung in der geschmückten Sporthalle von der neuen Bläserklasse unter der Leitung von Jutta Pappke und den Chormitgliedern der Schule unter der Leitung von Christine Viemann. Alle Darbietungen erhielten viel Applaus.

Während der Zeugnissübergabe wurden zudem Schüler für besondere Leistungen ausgezeichnet. Ehrungen gab es für: Lucca Petersen aus der 9a und Annika Krüger aus der 9b. Aus der 10a: Philo Jabusch, Jan-Hendirk Grüntz und Timo Zielinski, 10b: Theo Carstens, Mihail Stiros und Ria Genning und aus der 10 c: Lea Hippauf, Isabelle Steiger und Raijiv Engling. Streitschlichter waren: Nathalie Grief, Milena Reimann, Ria Genning, Raijiv Engeling und Hjördis Möller. Rund die Hälfte der Schüler wird weiterführende Schulen besuchen.

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