Entlassung an der WBR : Regionalschüler verabschiedet

Mit einer Eins vor dem Komma schließen (v. li.) Cliff Ruhland (1,7), Stine Junge (1,9), Rike Hansen (1,9), Melina Pflüger (1,9), Wibke Meurer (1,7), Mario Kage (1,8), Alicia Berkhahn (1,8) und Lea Kulbe  (1,5) ab.
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Mit einer Eins vor dem Komma schließen (v. li.) Cliff Ruhland (1,7), Stine Junge (1,9), Rike Hansen (1,9), Melina Pflüger (1,9), Wibke Meurer (1,7), Mario Kage (1,8), Alicia Berkhahn (1,8) und Lea Kulbe (1,5) ab.

119 Absolventen verabschiedet die Wolfgang-Borchert-Regionalschule in Itzehoe.

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28. Juni 2014, 16:00 Uhr

„Der Lehrer ist kein Zauberkünstler, sondern ein Gärtner. Er kann und wird euch hegen und pflegen. Wachsen müsst ihr selber!“ Mit diesem Zitat von Erich Kästner verabschiedete Schulleiterin Marlies Latzenberger gestern die Absolventen der Wolfgang-Borchert-Regionalschule. Als zarte Pflänzchen seien die Jungen und Mädchen einst an die Schule gekommen. Sie wurden gehegt und gepflegt, mitunter umgetopft und zurecht gestutzt – und sind zu 119 jungen Bäumen herangereift, die den Haupt- oder Realschulabschluss geschafft haben. 17 Schüler haben einen qualifizierten Realschulabschluss, drei einen qualifizierten Hauptschulabschluss erhalten und können damit in die 10. Klasse oder die gymnasiale Oberstufe wechseln.

60 Absolventen werden eine weiterführende Schule besuchen, 45 eine Ausbildung beginnen oder ein Freiwilliges Soziales Jahr machen. Auch die Jahrgangsbeste Lea Kolbe drückt weiter die Schulbank: „Ich gehe aufs Regionale Berufsbildungszentrum und mache mein Abitur“, sagte sie, „stolz und froh“ zugleich.

Doch egal, wohin es die Schüler verschlägt – „wachsen müsst ihr dort selbst“, betonte Latzenberger. Ihr Rat: „Wichtig ist, dass ihr euch beständig weiterbildet und nie aufhört zu lernen. Nur so könnt ihr dauerhaft sicherstellen, dass ihr viele Blüten bildet und Früchte tragt.“

Reibungspunkte werden sich auf dem weiteren Weg – genau wie auf dem zurückliegenden – nicht vermeiden lassen, ob mit Chefs, Kollegen oder Freunden, sagte der stellvertretende Schulleiter Holger Schada von Borzyskowski. Das sei auch nötig. Nur durch Reibung könne aus einem Rohdiamanten ein „kostbarer, geheimnisvoll schillernder Brillant von unschätzbarem Wert“ werden. „Die Schleifsteine des Lebens kann man nicht immer selbst bestimmen, die Haltung zu ihnen aber schon.“

An das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse knüpfte Klassenlehrer Jan Behrens an. Man könne im Leben keine Stufe überspringen, sondern müsse jede so gut wie möglich leben, um die Reife für die nächste zu erlangen. Und auch wenn das Neue beschwerlich erscheine und es immer wieder Aufgaben gebe, die unlösbar wirkten, oder Dinge passieren, die zunächst verzweifeln lassen, so gelten doch Hesses Worte: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

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