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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 04:25 Uhr

THEATER : Regionalkrimi: Darsteller gesucht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Direktorin Ulrike Schanko bringt den Fall Ruth Blaue auf die Bühne des theater itzehoe. Es werden noch Mitwirkende für die Nebenrollen gesucht.

Es war einer der Aufsehen erregendsten Morde der Nachkriegszeit: der Fall der Ruth Blaue, die 1946 gemeinsam mit ihrem Geliebten ihren Ehemann umgebracht hat. Erst nach neun Jahren wurde die Tat von der Itzehoer Kriminalpolizei aufgeklärt. Der Fall, der in und um Elmshorn spielt, wurde unter dem Titel „Das Haus an der Stör“ in der Reihe „Stahlnetz“ verfilmt.

Jetzt soll er auch auf die Theaterbühne kommen. Ulrike Schanko, Direktorin des theater itzehoe, hat unter dem Titel „Karteileichen“ eine Bühnenfassung geschrieben. „Die alten Akten stehen noch bei der Kripo und Siegfried Lindhorst hat freigiebig Einblick gewährt“, erzählt sie. Eigentlich war die Aufführung schon im Rahmen der Krimi Nordica geplant, doch dafür war die Zeit zu knapp. Nun soll die Premiere Freitag, 24. Oktober, stattfinden.

„Es soll eine Zusammenarbeit von Schauspielern und semiprofessionellen Darstellern sein“, erklärt Ulrike Schanko, die sich dafür mit einer Regisseurin und Ausstatterin aus Hamburg zusammengetan hat. Die vier Hauptrollen – das Täter-Paar und zwei Kommissare – wurden bereits mit Profis besetzt. Jetzt werden noch Spieler für die vier Nebenrollen gesucht. Besetzt werden muss zum einen der Part der Renate. Sie ist etwa 20 Jahre alt und die Verlobte des Kriminalassistenten. Es handelt sich um eine sympathische junge Frau, die das große Abenteuer Ehe noch vor sich hat.

Verkörpert werden muss auch Franz Zähringer, ein Bauer über 40, der ein bescheidenes, gottesfürchtiges Leben in einem einsamen Schwarzwaldtal lebt. Ein wenig süddeutscher Dialekt wäre dafür wünschenswert, ist aber kein Muss.

Ein Darsteller wird zudem für die Rolle des ebenfalls über 40-jährigen Gelegenheitsarbeiters Otto Marczinzik gesucht, der eine kräftige Statur hat, auch wenn seine Kraft durch Verletzungen im Krieg stark eingeschränkt wurde. Der vorbestrafte Mann wird als wortkarg und impulsiv beschrieben.

Telse Kramer schließlich, eine Nachbarin, ist etwa 60 Jahre alt und vor allem eines: neugierig. Sie sieht alles, weiß alles und kann reden wie ein Wasserfall – gerne hanseatisch gefärbt.

„Wer mitmachen möchte, sollte Spielerfahrung mitbringen“, sagt Ulrike Schanko. „Interessierte sollten wissen, was es heißt, auf der Bühne zu stehen.“ Die heiße Proben-Phase wird ab September beginnen, vor allem die Herbstferien sollen genutzt werden. Natürlich habe sie zuerst bei der Itzehoer Speeldeel angefragt, doch die Probenzeit für den Krimi überschneidet sich mit deren nächster Produktion.

Das schwierigste sei gewesen, zu überlegen, „wie die Geschichte überhaupt auf der Bühne funktionieren kann“, sagt Ulrike Schanko. Sie habe sich an den historischen Fall angelehnt, aber ihn auch abgewandelt: „Die Fakten stimmen, aber wie es zur Lösung kommt, ist erfunden.“ Verraten wird nur eines: Der Itzehoer Shantychor, der ebenfalls mitwirkt, spielt eine zentrale Rolle: „Über den Chor kommt die Lösung.“

>Bewerbung bis 9. Mai unter ulrike.schanko@itzehoe.de. Die Vorstellungstermine sind für Dienstag, 13. Mai, abends im Theater-Studio geplant.

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erstellt am 03.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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