Lange Mathe-nacht : Rechnen bis zum Umfallen

Rauchende Köpfe (v. l.): Olivia Rohse, Elias Hagner, Florian Mages und Rieke Jürgensen aus der 5. Klasse des SSG.
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Rauchende Köpfe (v. l.): Olivia Rohse, Elias Hagner, Florian Mages und Rieke Jürgensen aus der 5. Klasse des SSG.

Hunderte Schüler an drei Itzehoer Gymnasien beteiligen sich an der „Langen Nacht der Mathematik“ – teils mit Übernachtung, teils mit Pizza satt.

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25. November 2013, 04:30 Uhr

Schüler stecken die Köpfe zusammen, manche hochrot, hektisch werden Ergebnisse verglichen und eingegeben. Endlich der erlösende Ruf: „Wir sind in der nächsten Runde!“

Es ist „Lange Nacht der Mathematik“ am Sophie-Scholl-Gymnasium. 202 Schüler aus den Klassen 5 bis 13 arbeiten in Gruppen von maximal vier Teilnehmern. In bis zu drei Runden müssen sie ihr Mathekönnen beweisen. Die ersten zwei Runden werden jahrgangsweise bearbeitet, danach geht es Gruppe gegen Gruppe weiter – und das mittlerweile nicht nur bundesweit, sondern auch im Ausland. Um 6 Uhr am nächsten Morgen ist die Mathenacht vorbei, und alle Ergebnisse müssen abgegeben sein.

„Im ersten Stock wird gerechnet bis zum Umfallen“, sagt Matthias Dietz, Fachschaftsleiter Mathematik am SSG. Traditionell findet die Mathenacht mit Übernachtung statt, unterstützt von vielen Eltern als Nachtwache. Gegen 7.30 Uhr wird gemeinsam gefrühstückt, dann ist Schluss. Bei der Verpflegung hilft der Förderverein. „Alle kommen in die dritte Runde – das haben wir bisher immer geschafft“, so Dietz. „Die Schüler haben einfach Spaß am Rechnen.“ Auch für die 18-köpfige Fachschaft ist die Mathenacht eine schöne Pflichtveranstaltung: „Für uns ist das ein Event, an dem wir alle teilnehmen“, sagt Dietz.

Die Aufgaben sind nicht einfach. „Es ist auch eine auf Englisch dabei“, klagt Rieke Jürgensen aus der 5. Klasse, „das ist dann schwierig.“ Auch ihre Mitschülerin Olivia Rohse wundert sich: „Manche Rechenarten hatten wir noch gar nicht, Prozentzahlen zum Beispiel.“ Dennoch reicht es für die nächste Runde: „Es ist schön, wenn man weiterkommt“, sagt Rieke.

Ruhiger und in kleinerem Rahmen findet die Mathenacht an der Kaiser-Karl-Schule statt. „Bei uns geht es um die Mathematik. Wir machen kein großes Rahmenprogramm“, sagt Andreas Schuldt aus der Mathefachschaft. Etwa 100 Schüler aus den Klassen 6 bis 13 sind für die Teilnahme ausgesucht worden. „Wir haben geguckt, dass es Schüler sind, die durchhalten“, sagt Mathekollege Werner Wassermann. „Manchmal muss man auch zwei Stunden knobeln.“ Trotzdem steht der Spaß immer an erster Stelle. „Daneben wollen wir aber auch diesen Wettbewerbscharakter haben“, so Wassermann.

Anna Jahn aus der 12. Klasse rechnet mit ihren Mitschülern noch an den Aufgaben der ersten Runde. „Das macht Spaß“, sagt sie. „Von uns als Physikprofil wird erwartet, dass wir teilnehmen.“ Mitschülerin Kim Bruhn hofft, dass es in diesem Jahr weiter geht als im vorigen: „Wir wollen bis zur letzten Runde kommen.“ Die kurze Zeit bis Mitternacht sei dabei aber eine Schwierigkeit. Freundin Kim Barnscheidt gesteht, dass die Aufgaben nicht leicht seien: „Man muss ordentlich drüber nachdenken. Alleine schafft man das nicht.“

An der Auguste-Viktoria-Schule macht der allgegenwärtige Geruch von Pizza jedem sofort klar: Es ist Mathenacht. Traditionell organisiert die Schülervertretung Pizza für alle. 137 Schüler der 5. bis 13. Klassen haben sich angemeldet. Mitmachen darf jeder, der Lust hat. „Vielfach ist das auch ein Zugang zur Mathematik“, sagt Hans Otto Kruse von der Mathefachschaft. Und der Erfolg gibt dem Gymnasium recht: Im vergangenen Jahr war eine Oberstufengruppe der Schule Landeserste. An der AVS endet der Gruppenspaß um 24 Uhr, danach können die Schüler privat weiterrechnen. „Ziel ist es die Runden 1 und 2 gemeinsam frei zu schalten“, so Kruse. „Wir sind immer in die dritte Runde gekommen, aber dann ist die Rechenzeit hier vorbei.“

In diesem Jahr ist Birgit Miebrodt, Fachschaftsleiterin Mathematik an der Gemeinschaftsschule Wilster, mit acht Schülern der 7. und 8. Klasse zu Gast. Die beiden Schulen unterhalten eine Partnerschaft: „Die Mathenacht ist eine ideale Gelegenheit zusammen zu arbeiten“, sagt sie.

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