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Digitalisierung an Itzehoes Schulen : Raus aus der Kreidezeit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Digitalisierung an Schulen nimmt weiter zu: Die Stadt Itzehoe hat nun zwei IT-Experten eingestellt, die einheitliche Strukturen schaffen sollen.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 05:00 Uhr

„Das ist nebenbei nicht mehr seriös zu betreuen gewesen“, sagt Sigrun Schmidt. Seit Jahren schon hatte sich die Lehrerin der Auguste-Viktoria-Schule, vor allem gemeinsam mit dem stellvertretenden Schulleiter und Informatiklehrer Sönke Schulmeister, um die Betreuung der Informationstechnik an der AVS gekümmert, die Beschaffung von Hardware sowie die technische Umsetzung vor Ort vorangetrieben. Alles neben ihren eigentlichen Tätigkeiten. Fast ebenso lange hätten sie sich dafür eingesetzt, diese Aufgabe in professionelle Hände abzugeben.

Diesem Wunsch ist die Stadt nun nachgekommen. Im vergangenen Monat wurden mit Jan Haagen und Mirko March zwei neue Mitarbeiter eingestellt, die sich künftig um eine einheitliche Betreuung der IT-Strukturen an Itzehoes weiterführenden Schulen kümmern sollen.

Das Beispiel AVS sei nämlich kein Einzelfall, sagt Bürgermeister Andreas Koeppen. „Bisher haben die Schulen das fast komplett selbst gemanagt“, sagt er und stimmt den Lehrern zu: „Das ist personell nicht mehr zu bewerkstelligen.“ Es sei wichtig, nun einheitlich vorzugehen und vor allem die künftigen Strukturen einheitlich fortzuentwickeln.

Einerseits seien die Anforderungen im Laufe der Jahre immer stärker gewachsen, auf der anderen Seite gewinne das Thema Digitalisierung auch an den Schulen mehr und mehr an Bedeutung, sagt Andreas Arndt, Leiter des Amtes für Bildung. Die Klasse 6a der AVS ist eine so genannte Ipad-Klasse. Alle Schüler haben ihre eigenen Tablet-Computer, fast der gesamte Unterricht ist darauf aufgebaut. Auch dafür hatte sich unter anderem Sigrun Schmidt starkgemacht. Als nächstes sollen nach dem Wunsch der Lehrer alle Klassenräume mit Beamern ausgestattet werden. „Wir sind noch längst nicht fertig“, so Schmidt. Möglich werden viele dieser Anschaffungen auch durch Preisgelder, die die mehrfach ausgezeichnete Schule in der Vergangenheit verbuchen konnte. „Die Stadt war uns immer zugetan“, sagt die Studiendirektorin, „aber wir sind froh, dass jetzt Profis da sind.“

Mit Jan Haagen und Mirko March hat die Stadt ihre zwei Wunschkandidaten aus rund 40 Bewerbern für die beiden Planstellen einstellen können, sagt Stadtsprecher Frank-Dieter Simon. Der 51-Jährige Haagen ist gelernter EDV-Kaufmann aus Rendsburg, March, 42, kommt aus Rethwisch. Beide haben sich durch Fortbildungsmaßnahmen zu IT-Systemadministratoren ausbilden lassen, March ist zudem IT-Techniker.

Bislang haben sie sich bei ihrer neuen Tätigkeit vor allem mit der Bestandsaufnahme beschäftigt und einen Überblick über den aktuellen Zustand gewonnen, sagt March. Am morgigen Donnerstag werden sie dann die Leitungen sowie die bisherigen IT-Verantwortlichen der weiterführenden Schulen kennenlernen, anschließend soll ein gemeinsames Konzept entwickelt werden. Als eine Option für die Zukunft ist auch eine zentrale Server-Lösung angedacht. „Das ist möglicherweise günstiger als fünf einzelne Standorte“, sagt Arndt.

Für die Grundschulen läuft zurzeit noch ein Vertrag mit einem IT-Anbieter vor Ort. Ist dieser in dreieinhalb Jahren abgelaufen, werde die Erfahrung zeigen, ob man auch dort selbst für die Betreuung sorgen möchte, so Simon. „Für den Moment hat sich das aber etabliert.“

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