Jobcenter Itzehoe informiert : Raus aus dem Minijob

Sie wollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber überzeugen (v. l.): Robert Nobiling (Jobcenter), Andreas Böckmann (Arbeitsagentur), Uta Barck (Jobcenter), Holger Scheibel (China Logistic Center) und Corinna Ahrens-Gravert (VHS).
Sie wollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber überzeugen (v. l.): Robert Nobiling (Jobcenter), Andreas Böckmann (Arbeitsagentur), Uta Barck (Jobcenter), Holger Scheibel (China Logistic Center) und Corinna Ahrens-Gravert (VHS).

Das Jobcenter, Arbeitsagentur und VHS werben gemeinsam für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Andreas Olbertz. von
11. Februar 2020, 11:01 Uhr

Itzehoe | Acht großformatige Aufsteller im Jobcenter sollen Lust auf mehr machen – mehr als nur ein paar Stunden im Minijob zu arbeiten, hin zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Jobcenter, Bundesagentur für Arbeit und die Itzehoer Volkshochschule starten dazu eine konzertierte Aktion.

Sozialversicherungspflichtig arbeiten

„Wir machen mobil in Sachen Minijobs“, erklärt Uta Barck, Beauftragte im Jobcenter für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt: „Das ist ein ganz wichtiges Thema, auch wenn es oft als Nische behandelt wird.“ Wie wichtig, veranschaulicht Jobcenter-Chef Robert Nobiling mit ein paar Zahlen: Im Kreis gibt es 11.250 Minijobber. 7007 davon sind Frauen, und von denen haben 4559 nur diesen einen Minijob. Die Arbeitgeber kämen zum größten Teil aus den Bereichen Handel, Gastgewerbe und der Reinigungsbranche. „Wir gehen davon aus, dass darunter auch viele qualifizierte Frauen sind“, sagt Barck. Sie sollen nach Möglichkeit mindestens in Teilzeitbeschäftigungen geführt werden.

Rentenansprüche sichern

Der große Vorteil des Minijobs ist seine Einfachheit. „Zettel ausfüllen, fertig“, beschreibt es Andreas Böckmann (Arbeitsagentur). Viele geringfügig Beschäftigte leben mit den Nachteilen, beispielsweise keine Kranken- oder Arbeitslosenversicherung zu haben und sich, wenn überhaupt, nur geringe Rentenansprüche sichern.

Überzeugungsarbeit muss nicht nur bei den Arbeitnehmern, sondern auch bei den Arbeitgebern geleistet werden. Geschäftsführer Nobiling wundert sich:

Wir sehen nicht einen Einzelhändler, der nicht Personal sucht, aber Minijobber werden trotzdem nicht aufgestockt, um da rauszukommen. Robert Nobiling, Jobcenter
 

Dabei werde die Umwandlung in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse sogar gefördert, wie Böckmann betont: „Da können auch die Arbeitgeber was gewinnen.“ Zumindest im Lager- und Reinigungsbereich sei das relativ leicht, sagt Holger Scheibel vom China Logistic Center.

Veranstaltungen in der VHS

Bei einem Businessfrühstück sollen Arbeitgeber am Donnerstag von der Umwandlung überzeugt werden. Pünktlich zum Semesterbeginn zieht die Ausstellung dann vom Jobcenter zur VHS um. Dort finden in den nächsten Wochen Veranstaltungen zu den rechtlichen Grundlagen von Minijobs, zur Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Gesundheitsvorsorge im Berufsleben statt.

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