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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 08:49 Uhr

Brokdorf : Rauer Wind – und eine Leiche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im dritten Krimi des Autors Manfred Eisner ermittelt Kommissarin Nili Masal erneut in den Elbmarschen.

von
erstellt am 27.Feb.2017 | 12:15 Uhr

Das Elbmarschenstädtchen Oldenmoor gerät wegen des am Rande neu entstehenden Parks von Windenergieanlagen in große Aufruhr: Die Gemüter der Erbauer und die ihrer Widersacher erhitzen sich zusehends, sodass die Ordnungshüter diese Entwicklung mit Sorge betrachten. Als zudem die Leiche eines vermeintlichen Aktivisten der WEA-Gegner in der halb ausgehobenen Baugrube für das Fundament eines Windrades entdeckt wird, drohen die Spannungen zu eskalieren...

Ein neuer Fall für Kriminalhauptkommissarin Nili Masal, Protagonistin der Krimireihe des Brokdorfer Autors Manfred Eisner. Nach „Im Bann der bitteren Blätter“ und „Im Januar trug Natasha Rot“ ist jetzt „Raue Februarwinde über den Elbmarschen“ der dritte Kriminalroman des 81-Jährigen. Eisner scheut sich nicht, brisante Themen in seinen Romanen aufzugreifen und hält dabei auch nicht mit Kritik hinterm Berg. Dabei gelingt es ihm, sie in ein spannendes Verbrechen einzuflechten. Diesmal steht die Energieerzeugung im Hintergrund des Tatgeschehens. „Für einen Brokdorfer ist das Thema ja immer gegenwärtig“, sagt Eisner mit Blick auf das Kernkraftwerk. Auch wenn absehbar die Form der Energieerzeugung „hier bald endet“. Die Alternativen: Sonne und Wind. „Aber auch das bringt für die Natur und das Landschaftsbild erhebliche Beeinträchtigungen“, fügt der Autor hinzu. Dass sich die Gemüter erhitzen, vor allem wenn das Land mit Windmühlen zugepflastert werde, sei verständlich. „Das wird ja auch kontrovers diskutiert.“ Zumal auch „jede Menge Energie erzeugt wird, die nicht abgeführt werden kann.“ Der Verbraucher zahle die Zeche, fügt Manfred Eisner hinzu. „Deswegen habe ich mich des wichtigen Themas für meinen neuen Krimi angenommen“, sagt der Autor lächelnd, der gern dazu neigt, den Finger in die Wunde zu stecken. So darf man auch bereits auf sein nächstes Thema gespannt sein: der Rechtsextremismus. „Ich arbeite schon an dem nächsten Krimi.“

Er schreibe sich dabei gern seine Gedanken von der Seele. „Das ist mein Hobby.“ Und so fasst er auch in „Raue Februarwinde über den Elbmarschen“ seine Meinung in Worte nieder, verbunden mit der Geschichte der Windmühlen und ihrer zunehmenden Bedeutung für die Energiegewinnung. Das Vorwort stimmt den Leser ein auf das kriminalistische Geschehen. Und damit das in einem fundierten Gesamtbild dargestellt wird, informiert sich der Autor umfassend – sowohl im Internet als auch bei Fachleuten. „Ich bin immer froh, wenn ich gute Berater finde“, betont er. Und bei denen bedankt er sich auch am Ende seines Buches. Insbesondere für das Fotomaterial zu Windmühlen. Dabei freut er sich, dass es ihm gelang, auch ein Bild des Growians zu erhalten, des in den 70er Jahren in Dithmarschen erbauten Prototyps der Windkraftanlagen. Das hatte ihm ein Amerikaner zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

„Sahnehäubchen“ seiner Werke sind stets die Rezepte im Anhang zu Gerichten, die seine Protagonistin im Verlauf des Kriminalfalls speist. Vom Hühnerklein-Auflauf über „Groter Hans“ bis hin zu Falafel. Kulinarisches, das viele Leser gerne nachkochen, wie seine Fans ihm berichteten.

>Raue Februarwinde über den Elbmarschen:

erschienen im Engelsdorfer Verlag, 334 Seiten, 18 Euro, ISBN: 978-3-96008-735-9

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