Gastronomie : Rauchfrei das Essen genießen

Qualmfrei essen: In Glückstadts Gastronomie ist das Alltag – geraucht wird vor der Tür.
Qualmfrei essen: In Glückstadts Gastronomie ist das Alltag – geraucht wird vor der Tür.

Zehn Jahre ohne blauen Dunst: Restaurantbesitzer und Gäste in Glückstadt sind zufrieden.

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31. Januar 2018, 05:08 Uhr

Heute eine Selbstverständlichkeit, vor zehn Jahren heiß diskutiert: Rauchverbot in Gaststätten und Restaurants. Nach einer Umfrage unserer Zeitung ist es selbst für die meisten Raucher heute unstrittig, dass dort, wo gegessen wird, nicht geraucht wird. Anders sieht es in Kneipen aus.

Vor zehn Jahren trat in Schleswig-Holstein das Gesetzt zum Schutz vor dem Passivrauchen in Kraft. Seitdem darf nur noch in separaten Räumen geraucht werden oder – nach einer kurz darauf erfolgten Gesetzesänderung – in Kneipen, in denen die Gastfläche 75 Quadratmeter nicht überschreitet. Dort dürfen sich allerdings nur über 18-Jährige aufhalten und keine Speisen verkauft werden.

44 konzessionierte Betriebe gibt es in Glückstadt, die von der Gesetzgebung betroffen sind. In fünf Gaststätten darf auf Antrag geraucht werden, in einem griechischen Restaurant am Fleth gibt es einen abgetrennten Raum für Raucher. „Ganz in der Anfangszeit gab es mal Beschwerden, die aber schnell mit den Gastwirten geklärt werden konnten“, sagt Angelika Tesch, zuständige Fachbereichsleiterin im Rathaus.

Dieter Lassmann, der das Restaurant „Zur alten Mühle“ am Hafen betreibt, muss gar nicht lange über eine Antwort nachdenken. „Wir finden es sehr positiv“, sagt der 57-Jährige dazu, dass im Restaurant nicht geraucht werden darf. „Die Gäste haben nicht gemeckert. Wir hatten kein Problem.“

Für Olaf Wendler, Wirt vom „Ratskeller“, war es nie ein Thema. Er hat das Restaurant erst vor sechs Jahren gemeinsam mit Kai Babin-Ebell übernommen. Nur für einen Gast machte Wendler gern eine Ausnahme: „Helmut Schmidt hat bei uns einige Monate bevor er gestorben ist, Grünkohl gegessen.“ Persönlich brachte er ihm den Aschenbecher, denn der Altbundeskanzler hatte sich eine Zigarette angezündet.

Katrin Ewald, Inhaberin des Gasthauses „Der kleine Heinrich“, hatte vor zehn Jahren zunächst Befürchtungen, Gäste könnten wegbleiben. Das Gegenteil war der Fall. „Wir haben neue Gäste hinzugewonnen.“ Das Problem im Gasthaus am Markt war damals: Der Rauch zog aus der Gaststube durch den offenen Raum nach oben. „Es ist richtig, dass in Restaurants nicht mehr geraucht werden darf“, sagt Katrin Ewald.

„Glücklich@Hafenstübchen“-Inhaber Swen von Lienen hat früher „wie ein Schlot geraucht“. Er hat aufgehört, gestattet es aber seinen Gäste. „Diejenigen, die in unsere Kneipe kommen, wissen, dass hier geraucht werden darf. Andere, die der Qualm stört, kommen aber erst gar nicht herein oder sie akzeptieren es.“

Svenja Ledtje, Inhaberin vom „Stilbruch“: „Ich persönlich finde es richtig, dass es ein Rauchverbot in Gaststätten gibt, in dem Speisen serviert werden. In Kneipen sehen ich es anders, da sollte das Rauchen gestattet werden. In meinem Restaurant gibt es keinen Raucherbereich. Wir haben aber draußen vor der Tür extra einen Aufenthaltsbereich für die Raucher aufgebaut. Selbstverständlich muss auch das Personal in der Raucherpause vor die Tür gehen. “

Aikaterini Giannadaki, Angestellte im Restaurant „Korfu“ in der Bahnhofsstraße. „Als das Gesetz vor zehn Jahren in Kraft trat, mussten wir in unserem damaligem Restaurant im ersten Jahr echt schwer kämpfen“, sagt sie. Viele Stammgäste seien aus Trotz nicht mehr gekommen. Aber mit den Jahren habe es sich eingespielt. „Jetzt haben die meisten Gäste das Rauchverbot akzeptiert. Viele Besucher finden es gut, dass sie mit ihren Kindern kommen können ohne das sie einräuchert werden, sondern das Essen qualmfrei genießen können.“

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