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Norddeutsche Rundschau

21. Oktober 2017 | 21:49 Uhr

Verbrechen : Raubmord: Verdächtiger gesteht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

19-jähriger Heider wird in Rotenburg festgenommen. Er soll den 73-jährigen Kaufmann Boje-Peter Voss vor einer Woche umgebracht haben.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Großer Erfolg für die Ermittler der Itzehoer Mordkommission. Sie konnten einen Tatverdächtigen knapp eine Woche nach dem tödlichen Überfall auf den Heider Kaufmann Boje-Peter Voss (73) festnehmen. Der 19-Jährige aus Heide hat die Tat zugegeben. Er sitzt in U-Haft.

Es war wohl der schnelle Griff in die Kasse, doch ganz klar ist das Motiv des jungen Heiders noch nicht, der zwar in der Kreisstadt gemeldet ist, sich dort aber meist an wechselnden Orten aufgehalten haben soll. Er konnte aufgrund von Zeugenaussagen am Mittwochabend als Tatverdächtiger ermittelt werden und zeigte sich geständig – das gab die Polizei gestern bekannt.

Der junge Mann ging den Beamte bei einer Routinekontrolle in Rotenburg/Wümme ins Netz. Er war aufgrund eines begründeten Verdachts und seiner wechselnden Aufenthaltsorte in Heide in dem Fall bereits bundesweit zur Festnahme ausgeschrieben. „Er selbst wusste auch, dass er gesucht wird. Damit war sein Weg zu Ende“, erklärte Polizeisprecher Hans-Werner Heise gestern.

Die Überprüfung der vielen Hinweise aus der Bevölkerung hatten die Beamten zu dem Tatverdächtigen geführt. Aus einem Anfangsverdacht heraus verdichteten sich die Beweise: „Es wurden Gegenstände gefunden, die eindeutig mit dem Tathergang in Verbindung gebracht werden können“, so Heise. Das Beweismaterial sei so aussagekräftig, dass der Haftbefehl auch bei einem möglichen Rückzieher des Geständnisses begründet sei. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Itzehoe wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Der 19-jährige wurde gestern dem Haftrichter vorgeführt, der ihn hinter Gitter schickte.

Die Ermittlungen sind damit noch nicht abgeschlossen. „Es ist noch viel Arbeit“, erklärte der Polizeisprecher. Es stünden Folgeermittungen an, das Geständnis, so wie es gemacht wurde, müsse nachgeprüft werden. Doch er geht davon aus, dass man in Heide nun wieder ruhig schlafen kann.

Boje-Peter Voss (73) wurde am Freitag vor einer Woche erstochen in seinem kleinen Lebensmittelgeschäft am Wulf-Isebrand-Platz/ Lüttenheid aufgefunden (wir berichteten). Sein Mord schockierte die Heider Bevölkerung, die erst tags zuvor einen Großbrand an einem Turnhallen-Komplex am Schulzentrum Heide-Ost verdauen mussten. Der Ladenbesitzer war für viele Anwohner der Kreisstadt eine beliebte Anlaufstelle, zu seinen Kunden pflegte er einen persönlichen und herzlichen Kontakt. Unzählige Kerzen, Blumen und handschriftliche Beileidsbekundungen vor seinem Laden zeugten nach der Bluttat von seinem Beliebtheitsgrad.

Viele Heider bewegte sein Tod emotional. Sie kamen Mittwoch Abend zu einer Abendandacht in der St. Jürgen Kirche zusammen, um Teelichter für den Frieden anzuzünden, ihren Zusammenhalt als Gemeinschaft zu bekräftigen und um an Boje-Peter Voss als geschätzten Mitbürger, Freund und Bruder zu denken. Pastorin Inke Raabe, Probst Andreas Crystall und Bürgermeister Ulf Stecher fanden mutmachende Worte für die Menschen. Sie dürften nun erleichtert sein, auch wenn es vermutlich unfassbar bleibt, dass sich nun offenbar die Sorge bestätigt, ein junger Mensch aus ihrer Mitte könne der Täter sein.

 

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