Rathaus-Sanierung kostet 130000 Euro

Christine Scheer erläutert die Untersuchungsergebnisse.
Christine Scheer erläutert die Untersuchungsergebnisse.

Bauausschuss: Architektin stellt Gebäudeuntersuchung vor

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23. November 2013, 00:34 Uhr

Risse an den Stuck-Decken, Wasserschaden und ein Giebel, der sich von den Wänden trennt: Das sind die prägnanten Problembereiche in Neuen Rathaus und müssen als erstes saniert werden. Architektin Christine Scheer präsentierte den Mitgliedern des Bauausschusses am Donnerstagabend das Ergebnis der Gebäudeuntersuchung am denkmalgeschützten Neuen Rathaus. Am Ende ihrer Ausführungen war ein leichtes Aufatmen zu vernehmen. „Ich hatte schon Angst“, meinte SPD-Ratsherr Holger Stamm, der auch Vorsitzender des Fördervereins Historische Rathäuser in Wilster ist. Ähnlich erging es dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Mark Dethlefs: „Ich hatte schon befürchtet, wir bewegen uns aufs Alte Rathaus zu.“ So kostspielig wird die Sanierung des Neuen Rathauses offenbar nicht, zumal sich die Befürchtung, dass Feuchtigkeit und Schwammbefall dem Mauerwerk zusetzt, bei der Untersuchung nicht bestätigt hat. „Es gibt keine Fäulnisschäden“, so die Architektin.

Christine Scheer machte mit einem langfristigen Instandsetzungskonzept deutlich, welche Mängel möglichst umgehend behoben werden müssen – und welche über die Jahre kontinuierlich abgebaut werden können. Aus ihrer Sicht sei es wichtig, im neuen Jahr am hinteren Mauerwerk des Gebäudes zu beginnen. Die Architektin unterstrich dabei, dass die hauptsächlichen Schäden allesamt im hinteren Bereich auftreten, der für das historische Gebäude so bedeutende Spiegelsaal sei nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Anhand von Fotos und Zeichnungen konnten die Ausschussmitglieder die Gebäudeuntersuchungen nachvollziehen, sahen starke Risse im Deckenstuck und geflickte Risse Mauerwerk. Über 40 Räume wurden begutachtet, jeder Raum beschrieben und fotografiert.

Zuletzt hat es vor 25 Jahren Sanierungsarbeiten an dem Gebäude gegeben, das in den letzten Jahren vor allem unter Erschütterungen durch Schwerlastverkehr in der Rathausstraße gelitten hat. Da das historische Gebäude einst flach und nicht auf Pfählen gegründet wurde, weist die hintere Giebelwand die Tendenz auf, sich nach außen zu neigen. Die einzige größere Sanierungsmaßnahme wird dann auch die Verankerung dieser Giebelwand sein.

Die Schätzung der reinen Baukosten beläuft sich laut Christine Scheer auf rund 107 000 Euro, zuzüglich der Nebenkosten wird mit insgesamt 130 000 Euro gerechnet. In der Haushaltsplanung für 2014 hatte der Finanzausschuss Mittwochabend zunächst 70 000 Euro für die Sanierung vorgesehen, dieser Betrag soll nun auf 130 000 Euro erhöht werden. Entsprechend soll diese Änderung in der Finanzausschuss-Sitzung am Dienstag, 26. November, in den Etat-Entwurf eingearbeitet werden.

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