„Rasende Rita“ fesselt Gemeinschaftsschüler

Stellvertretender Schulleiter Oluf Martinen und die Leiterin der Stadtbücherei, Karin Labendowicz, begrüßten die Autorin Antje Szillat.
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Stellvertretender Schulleiter Oluf Martinen und die Leiterin der Stadtbücherei, Karin Labendowicz, begrüßten die Autorin Antje Szillat.

Stadtbücherei und Verein Leselust holen Jugendbuchautorin zu Achtklässlern

shz.de von
06. Juli 2015, 09:16 Uhr

Eine Lesung über das Thema Cybermobbing fesselte die Schüler der drei 8. Klassen der Gemeinschaftsschule Wilster. Autorin Antje Szillat las aus ihrem Jugendbuch „Alice im Netz“, in dem es um den „gläsernen Menschen“ geht.

Immer mehr Leute, nicht nur Jugendliche, geben in den sozialen Netzwerken persönliche Dinge bekannt, ohne über die Reichweite nachzudenken. Der Roman erzählt die Geschichte einer 16-jährigen Gymnasiastin, die als „Rasende Rita“ in einem Internetblog über das Schulgeschehen berichtet. Mal Lustig, mal ernst, nach einiger Zeit immer zynischer, macht sich Alice dabei über ihre Mitschüler und Lehrer lustig. Ein Lehrer greift das Thema im Unterricht auf und fragt: „Wie weit darf man Leute vorführen und Fotos veröffentlichen?“ Unbelehrbar schreibt Alice weiter, bis sie eines Tages eine E-Mail von dem ihr unbekannten Jared erhält, in der er ihr seine Liebe gesteht, aber auch sagt: „Du entkommst mir nicht.“

Auf dem Weg zu einem Treffen mit ihrer Freundin findet die Schülerin einen verletzten Mann und begegnet einem Unbekannten, der aber beim Eintreffen von Arzt und Polizei verschwunden ist. Im Blog betitelt sie ihn als Superman, worüber ihr Internetschatten in Wut gerät. Zahlreiche E-Mails folgen und Alice fühlt sich belästigt, bis eines Tages im Internet ein Video von ihr auftaucht. Alice wird panisch und flüchtet aus dem Haus, wo sie auf einen Schulkameraden stößt. Gemeinsam versuchen sie, die Internetspuren zu löschen und verlieben sich.

„Es ist ein Jugendbuch, da wird alles gut“, erklärte Antje Szillat. Und doch fängt für den Stalker die Geschichte gerade erst an, wie sich herausstellt. Waren die Schüler in Wilster locker in die Lesung gegangen, fesselte sie die Story am Ende doch und es fand im Anschluss eine rege Diskussion statt.

Die Lesung wurde in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei und dem Verein Leselust durchgeführt und Karin Labendowicz freute sich, dass das Zusammentreffen mit der Autorin nach Terminschwierigkeiten zustande gekommen ist.

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