Konzert : Rapper Alligatoah begeistert

Beste Stimmung bei ihrem ersten „Alligatoah“-Konzert herrschte oben auf der Galerie bei (von links): die Freundinnen Danis Dabow, Jana Kohnagel-Knölke und Sarah Jahn.
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Beste Stimmung bei ihrem ersten „Alligatoah“-Konzert herrschte oben auf der Galerie bei (von links): die Freundinnen Danis Dabow, Jana Kohnagel-Knölke und Sarah Jahn.

Besucherinnen kreischten vor Begeisterung. 1300 Besucher kamen zum Konzert.

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16. März 2014, 04:45 Uhr

Vor einem Monat war es ausgefallen, jetzt wurde es wahr: Eben noch hatten die Support-Acts Sadi Gent, Sudden und Alli das Publikum mit ihrem Programm aufgeheizt, da wurde der Hauptact des Abends auch schon angekündigt: Der Berliner Rapper Alligatoah gab sich auf seiner „Reise nach Jerusalem“ nun auch in Wilster die Ehre.

Vor allem die Besucherinnen kreischten vor Begeisterung, sie tobten, als Rapper Lukas Strobel (24), über eine beleuchtete Treppe die Bühne betrat. Im Colosseum herrschte Ausnahmezustand, als der mit 1300 Besuchern restlos ausverkaufte „älteste Tanzsaal Steinburgs“ in die Gegenwart katapultiert wurde.

Mit auf und ab wippenden Armen, jeden Song auswendig lauthals mitsingend und oftmals auf und ab hüpfend, bereitete das Publikum dem Interpreten einen aufregenden Konzertabend. Hysterie war hier Programm, indem sich der deutsche Rapper vor allem als eines entpuppte: als versierter Entertainer, der das jugendliche Publikum zu lenken und zu führen wusste und dabei immer noch einige hintergründige Geschichten zu erzählen hatte.

Der aus dem Label Trailerpark hervor gegangene Interpret, der ursprünglich aus Langen bei Bremerhaven kommt, hatte hier quasi ein Heimspiel. Ausgerichtet von der Itzehoer Stonecastle Rockproduktion, schlug er in seinem Programm stark sozialkritische Töne an. So stellte Alligatora vor allem Titel aus seinem dritten und jüngsten Album „Triebwerke“ (2013) vor, mit dem er auf Platz 1 der Albumcharts geklettert ist. Da er seinen am „Battlerap“ angelehnten Stil selber als „Schauspielrap“ und sich als „Schauspielrapper“ bezeichnet, hielt er der Gesellschaft mithilfe seines überheblichen, zuweilen geradezu arroganten Auftretens sozialkritisch ihren Spiegel vor.

In der Rahmenhandlung, in der er auch seinen Back Up MC („Master of Ceremony“) Battle Boi Basti als „Butler Boi Basti“ vorstellte, führte er den Besuchern gnadenlos seine Sicht gesellschaftlicher und sozialer Fehlentwicklungen vor Augen.

Mit Songs wie „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“, „Es ist noch Suppe da“ oder „Narben“ führte er das Publikum zu Begeisterungsstürmen. Hier zeigte sich, dass Alliatoah vom deutschen Battlerap beeinflusst ist.

Begeistert hatten die Freundinnen Danis Dabow und Jana Kohnagel-Knölke aufgrund einer Fußverletzung ihrer Freundin Sarah Jahn oben auf der Galerie ihren Platz bezogen. Zum ersten Mal bei einem Alligatoah-Konzert, fiel das Fazit von Danis Dabow eindeutig positiv aus: „Ich kenne jede Lied von ihm, und live ist das genauso fantastisch, wie ich es mir vorgestellt habe.“

Auch Sarah, Alex, Niklas, Jonas und Charlotte aus Hohenaspe, Neuenbrook und Hohenlockstedt feierten in der Menge mit. „Atmosphäre und Musik sind super“, freute sich Sarah. Dem konnte Gastgeber und Junior-Chef des „Colosseums“, Mario Mehrens, nur zustimmen. Er machte dem Publikum ein Kompliment: „Alles ging ruhig und friedlich über die Bühne. Es verlief ganz entspannt.“

Am Ende verabschiedete sich der Hauptact des Abends genauso schnell und trocken, wie er anfangs die Bühne betreten hatte.

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