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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 12:09 Uhr

Ranzen-Diebe im Klassenzimmer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Diese Mittagspause am langen Schultag hatte Folgen für die Klasse 6c der Kaiser-Karl-Schule (KKS): Drei komplette Schultaschen mit Inhalt wurden am Dienstag gestohlen, diverse weitere Ranzen durchwühlt und gefundene Wertsachen entwendet. In einem Fall war ein Haustürschlüssel dabei, die betroffene Familie musste noch am gleichen Tag das Schloss auswechseln lassen.

„Das Ausmaß ist schon erschreckend“, sagt KKS-Leiter Hartmut Blank. Die Schule als öffentlicher Raum könne jedoch leider wenig ändern. Blank selbst geht oft durch den Fahrradkeller und trifft dort „regelmäßig auf irgendwelche komischen Figuren“. Aber: „Wir können nicht überall Sicherheitsbeamte aufstellen.“ Die Schüler seien selbst gefragt, auf ihre Habseligkeiten aufzupassen, möglichst wenig mitzunehmen und dies dann am Körper zu tragen. Für die Ranzen gebe es nur eine Möglichkeit: den Klassenraum abschließen. Dafür will Blank das Kollegium sensibilisieren: „Ein entsprechendes Schreiben ist in Vorbereitung.“

Polizeisprecherin Merle Neufeld wundert sich über die Beute: „Was will man damit?“ Sie kennt Umkleidekabinen in Sporthallen als Tatorte, Diebstahl in Schulgebäuden sei dagegen als Delikt nicht auffällig. Das gilt laut Andreas Arndt, Leiter des Amtes für Bildung, besonders, seit Jacken und Taschen aus Brandschutzgründen nicht mehr in den Fluren hängen dürfen. Wie man sich vor Taten wie jetzt in der KKS schützen könne, weiß er auch nicht: „Die Schule ist ein öffentlicher Raum, und das soll auch so bleiben.“ Den Tätern sei es offenbar egal, ob die Gebäude belebt seien, vielleicht sogar lieber.

Einbrecher dagegen kommen eher nachts, und das war zuletzt in der Grundschule Sude-West und der benachbarten städtischen Kindertagesstätte ein Problem. Drei Taten in zwei Wochen, zwei in der Schule, eine im Kindergarten, brachten den Tätern zwar kaum Beute, verursachten aber immer wieder Schäden. Und auf die Kinder wirke es bedrohlich, wenn morgens schon wieder Scherben herumlägen, sagt Arndt. Offenbar seien diese Einrichtungen wegen ihrer Lage besonders gefährdet. Deshalb sollen jetzt, wie er gestern im Bildungsausschuss ankündigte, wie in anderen Schulen auch Einbruch-Meldeanlagen installiert werden.

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erstellt am 12.Nov.2015 | 05:00 Uhr

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