zur Navigation springen

Renaturierung : Rantzau gräbt sich ein eigenes Bett

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wasserbau-Azubis arbeiten Dreiecksbuhne, Sohlangleichungen und -anhebung in die Rantzau ein. Dadurch entsteht ein natürlicher Flusslauf als Heimat für viele Tiere.

„Hier ist aber ordentlich was bewegt worden“, zeigte sich nicht nur Verbandsvorsteher August Schierbecker vom Deich- und Sielverband Rantzau beeindruckt vom weiteren Bauabschnitt zur Renaturierung der Rantzau zwischen dem ehemaligen Bahndamm und der Pionierbrücke. Mit ihm waren unter anderem Schlotfelds Bürgermeister Lothar von Borstel, Detlef Wittmüß, Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburg (WSA), Stefan Witt, Geschäftsführer des Wasserverbands Bekau, Wolfgang Zeiscke von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Peter-Jörg Mahn, Wasserbaumeister und Ausbildungsberater aus Glückstadt, sowie Dipl.-Biol. Cordelia Triebstein von der Hohenasper Geschäftsstelle der Wasser- und Bodenverbände zur Bauabnahme gekommen.

Erneut hatten sich an dem Nebenfluss der Stör 13 Wasserbau-Auszubildende aus verschiedenen Behörden im Rahmen einer Projektwoche „ausprobiert“. „Das ist eine großartige Sache, die bereits im dritten Jahr erfolgreich durchgeführt wird“, unterstrich Schierbecker. Sei es doch hervorragend zu beobachten, wie der Fluss sich durch punktuelle Einbauten bewege und sich neue Wege suche, lobte auch Wittmüß. Ziel sei es, die Rantzau, die aus ökologischen Gründen sowie zur Hochwasserprävention wieder in kurvigen Bahnen fließen solle, stärker zur eigendynamischen Entwicklung anzuregen.

Einen ganz besonderen Dank richtete Wittmüß an Wasserbaumeister Mahn, der das Projekt mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz begonnen habe.

Besonders hob er weiter hervor, dass die jungen Wasserbauer von Berufs wegen schon sehr naturverbunden seien und daher neben dem ökologische Potenzial auch Flora und Fauna in den Mittelpunkt stellten.

Bevor die Auszubildenden ihre Arbeit erläuterten, gab es noch ein Lob von Cordelia Triebstein: „Ihr wart bislang wirklich die Besten.“ Die Azubis hätten stets seriös, interessiert und auch kreativ gearbeitet. Unter anderem seien Sohlangleichungen und eine Sohlanhebung mit Fichtenwipfeln vorgenommen worden. „Hier sehen wir den Aufbau einer Dreiecksbuhne, die den Fischen durch den verengten Strömungsraum Platz zum Laichen bietet“, erklärte Ole Habke vom WSA Hamburg. Dass bei dem Projekt stets auf die Erhöhung der Strömungsvielfalt sowie auf die Breiten- und Tiefenvarianz und eine Lebensraumerweiterung für Tiere und Pflanzen geachtet worden sei, unterstrich auch der 18 Jahre alte Danny Böttjer von der NLWKN. Leisten doch Hindernisse wie die Doppelpfahlbuhne oder ein im Fluss befestigter beweglicher Stamm sowie Brutinseln einen erheblichen Beitrag dazu. Finanziert wird das Projekt aus Landes- und Bundesmitteln im Rahmen der EEG-Wasserrahmenrichtlinie, sagte Annett Voth vom LKN abschließend.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen