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Kellinghusen und Itzehoe : Randalen in Flüchtlingsunterkünften

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Polizei muss mit Hunden einschreiten: In mehreren Flüchtlingsunterkünften in SH gerieten verschiedene Gruppen aneinander.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2015 | 11:10 Uhr

Kellinghusen/Itzehoe | Große Polizeieinsätze gab es am späten Mittwochabend und am Donnerstagmittag in der Landes-Notunterkunft für Flüchtlinge in Kellinghusen (Kreis Steinburg). 50 Polizeibeamte und elf Diensthunde mussten für Ruhe sorgen und den Streit auf dem ehemaligen Kasernengelände schlichten.

Ein 24 Jahre alter betrunkener Flüchtling aus Afghanistan randalierte gegen 23 Uhr und beleidigte syrische Flüchtlinge. Die Security verständigte daraufhin die Polizei. Gemeinsam sollte der 24-Jährige beruhigt werden. Zwischenzeitlich hatten sich vor dem Gebäude jedoch bereits rund 100 sowohl syrische als auch afghanische Flüchtlinge vor dem Gebäude versammelt, um sich zu rächen beziehungsweise um den Landsmann zu schützen.

30 Beamten gelang es, die Menge zu beruhigen und wieder in ihre Unterkünfte zu schicken. Bei dem Handgemenge zuvor wurden nach Polizeiangaben zwei Personen verletzt, die aber nach ambulanter Behandlung das Klinikum Itzehoe wieder entlassen wurden.

Am Donnerstagmorgen drohte die Situation dann erneut zu eskalieren. Daraufhin zog die Polizei elf Diensthunde sowie einen Einsatzzug aus der Bereitschaftspolizei in Eutin zusammen, die eine handgreifliche Auseinandersetzung verhindern konnten. Im Anschluss durchsuchten 50 Beamte die Kasernenblocks und stellten elf Metall- und Holzstangen sicher. Die Durchsuchung verlief störungsfrei und wurde laut Polizei auch von den Bewohnern unterstützt.

Warum es zum Streit gekommen war, konnten die Beamten nicht abschließend klären. Da auch der Verdacht einer sexuellen Belästigung geäußert wurde, hat die Kripo Itzehoe die Ermittlungen aufgenommen. Konkrete Hinweis, die diesen Tatbestand erhärteten, gab es jedoch noch nicht. Die Ermittlungen dauern weiter an. Der 24-jährige Afghane wurde in eine andere Unterkunft verlegt, um die Lage zu entschärfen. Um eine Wiederholung zu verhindern, will die Polizei ihre Präsenz vor Ort erhöhen.

Einen ersten Einsatz gab es Mittwoch bereits gegen 18.30 Uhr. Auch da kam es zu einem Streit zwischen Personen aus unterschiedlichen Ländern, bei dem eine Person durch einen Fußtritt verletzt wurde.

Auch in der Flüchtlingsunterkunft in Itzehoe kam es am Donnerstag zu Streitigkeiten zwischen Flüchtlingen unterschiedlicher Herkunft. Vorausgegangen war ein Streit zwischen Kurden und Arabern im Bereich der Duschen. Dieser konnte dort zunächst durch die Security geschlichtet werden, doch kurze Zeit später versammelten sich etwa 60 Personen vor dem Gebäude, da mittlerweile die Araber nach den Kurden gesucht hatten.

Etwa 20 Polizisten, davon zehn Hundeführer mit ihren Diensthunden, waren im Einsatz. Dadurch konnten die Rädelsführer der Gruppen, bevor es hier zu Straftaten kommen konnte, getrennt und die Lage beruhigt werden. Bei beiden wurden mit Hilfe von Übersetzern eine sogenannte Gefährderansprache gehalten. Da beide Personen sich gegenseitig beschuldigten, dass der andere über Waffen verfügen würde, wurden im Anschluss die Wohnparzellen der beiden Kontrahenten durchsucht. Sowohl bei dem 21-jährigen Syrer sowie auch bei dem 27-jährigen Iraker wurden Latten aus einem Lattenrost sowie eine Metallstange aus einem Feldbett gefunden. Die Gegenstände wurden sichergestellt.

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