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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 02:33 Uhr

Randale - Bad gestern geschlossen

vom

Einbrecher hinterlassen Scherbenhaufen/Gäste stehen vor verschlossener Tür/Heute soll Betrieb weitergehen

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

KELLINGHUSEN | Hitzefrust statt Badelust: "Das ist echt blöd", kommentiert Finn ein Schild vor dem Freibad. Gemeinsam mit Schwester Mona (6) und Mutter Katharina Harbeck wollte der Neunjährige gestern den Hochsommertag im Wasserbecken der städtischen Anlage verbringen. Vereitelt wurde der Familien-Plan jedoch durch einen Badeinbruch mit anschließender Schließung. "Wegen Vandalismus geschlossen", hieß es auf einer Tafel auf dem Weg zum Bad. Verschwitzt und unerfrischt kehrt machen musste auch Silke Rust mit ihren Kinder Cecilia (6) und Santino (5). "Wir wohnen in der Nähe der Gemeinschaftsschule, das ist ganz schön weit", sagt Rust ärgerlich. Außerdem habe sich Erstklässlerin Cecilia auf die letzten unbeschwerten Stunden vor dem Beginn des Schulalltags gefreut. Traurig aufgrund des entgangenen Plantsch-Vergnügens trollten sich auch Großvater Otto Amort und Enkel Dennis (6). Vor verschlossenen Badtüren standen um 7 Uhr bereits die Frühschwimmer, gefolgt von einem Strom von enttäuschten großen und kleinen Wasserfreunden.

"Die Einbrecher haben Kellinghusenern und Umlandbürgern ihr Bad weggenommen", fasst der amtierende Bürgermeister Reinhard Rübner (SPD) zusammen. Seiner Meinung nach wiegt dies noch schwerer als die festgestellten Randaleschäden. Aber auch die waren heftig: Mit Gewalt und den entsprechenden Zerstörungen - verschafften sich die Täter Eintritt zum Kiosk und Imbiss sowie zum Kassenhäuschen. "Dicht machen mussten wir aber wegen Glasbruch im Aufsichtsgebäude", so der Stadtvertreter. Entsetzt hatten Schwimmmeister Michael Mitterer und sein Team bei Dienstantritt festgestellt, dass ausgerechnet das gläserne Aufsichtshäuschen ein weiteres Ziel der Gewalt gewesen war. "Die Scheiben auf der Beckenseite sind eingeschlagen, der Gehweg am Becken von Scherben übersät", erklärt Rübner. Insbesondere wegen der dadurch entstandenen Unfallgefahr sei eine Fachfirma eingeschaltet und das Bad geschlossen worden. "Ich sehe das als Anschlag gegen die Bürger", schimpft Rübner.

Da falle einem nichts mehr ein, meint angesichts der neuerlichen Vandalismusaktion die langjährige Badmitarbeiterin Antje Rosenhagen. "Die Spezialscheibe im Aufsichtshäuschen geht nicht so leicht kaputt, da muss viel Gewalt und Lärm im Spiel gewesen sein." Aus der gemeinsamen Zeit mit ihrem Ehemann Schwimmmeister Reinhard Rosenhagen weiß sie von zahlreichen schlauen und dummen Einbrüchen zu berichten. "Wir haben uns zuweilen nächtelang auf die Lauer gelegt", erzählt sie.

Vom jüngsten Einbruch in der Nacht von Sonntag auf Montag hat offenbar niemand etwas mitbekommen. Weder die Besucher des gut besetzten Wohnmobilstellplatzes noch die Nachbarn aus den Einfamilienhäusern schlugen Alarm. "Ich bin bestimmt eine aufmerksame Bürgerin und hätte die Polizei verständigt", sagt Katharina Harbeck, Anwohnerin in der Jacob-Fleischer-Straße. Doch trotz geöffneter Fenster habe die Familie nichts vom Einbruchslärm gehört. Die Schäden im Bad sind von der Polizei aufgenommen. "Anzeige ist erstattet", sagt Rübner. Nach erfolgter Säuberungsaktion soll das Freibad heute wieder geöffnet sein.

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