Ernteaktion in Kellinghusen : Ran an die Obstbäume

Sehr viele Bäume sind voll mit Früchten, und Andreas Dethlefsen – hier im „Hochzeitswald“ – freut sich, wenn diese nicht vergammeln müssen.
Sehr viele Bäume sind voll mit Früchten, und Andreas Dethlefsen – hier im „Hochzeitswald“ – freut sich, wenn diese nicht vergammeln müssen.

Die Einwohner sind ab sofort dazu aufgerufen, Äpfel und Birnen auf den vier Streuobstwiesen in der Stadt zu ernten.

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10. September 2018, 12:41 Uhr

„Das krieg’ ich nicht wieder ab“, sagt Andreas Dethlefsen und schaut strahlend auf seine Finger. Fliederbeeren hat er gepflückt und die kleinen Früchte dann von ihren Ästchen gepult. Davon haben seine Hände nun einige Tage gut, denn die Farbe des Saftes lässt sich nur schwer abwaschen. Dethlefsen, erster Vorsitzender des Keramik Centrums Kellinghusen (KCK), hat in seinem Garten 24 Obstbäume. „Jammerschade“ findet er es, wenn er irgendwo Bäume sieht, die nicht von ihren Früchten befreit werden – und diese dann vor sich hin gammeln.

In diesem Jahr tragen die Obstbäume aufgrund des hervorragenden Sommers überall besonders viele Früchte, auch die auf den vier Streuobstwiesen der Stadt. Und deshalb hat sich der 79-Jährige etwas einfallen lassen. „Die Bevölkerung muss ran und die Bäume vom Obst befreien.“ Aber: „Es muss Klarheit herrschen. Viele Menschen wissen nicht: Bin ich ein Dieb, wenn ich diesen Apfel jetzt pflücke und mitnehme, oder darf ich das?“ Deshalb hat er in Absprache mit der Stadt auf den vier Streuobstwiesen – Hochzeitswald, Schwarzer Weg (beide Fernsicht), Papenberg und Tonkuhle (Rensinger See) – Holzschilder aufgestellt mit dem Hinweis, dass die Bäume, die hier stehen, von der Stadt Kellinghusen eigens für die Bürger gepflanzt wurden und es deshalb gewollt sei, dass diese das Obst für private Zwecke ernten – natürlich bei „pfleglicher Behandlung der Bäume“ und auf eigene Gefahr. Weit über 100 Pflaumen-, Kirsch-, Apfel und Birnbäume gibt es laut Dethlefsen in Kellinghusen. Die Zeit der Pflaumen und Kirschen sei nun zwar vorbei, aber es gebe genügend Apfel- und Birnbäume, deren Früchte förmlich darauf warten, gepflückt zu werden. „Das sind sozusagen Vitamine im Vorbeigehen, die die Leute sich holen können“, sagt er. Wer ernten will, dem steht außerdem eine große Auswahl an Sorten zur Verfügung – auch zahlreiche Bäume mit der Kellinghusener Apfelsorte „Stina Lohmann“. Und man dürfe natürlich auch nicht nur einen Apfel oder eine Birne mitnehmen: Ob kisten-, eimer- oder beutelweise – alles sei erlaubt.

Es ist der erste Aufruf dieser Art, und alle Unklarheiten, was das Pflücken anbelangt, sollen damit endgültig beseitigt werden. „Es soll ins Bewusstsein der Bevölkerung kommen, und dort bleiben“, sagt Dethlefsen, der gespannt verfolgen wird, ob und wie schnell die Bäume nun leerer werden. Aber aufgepasst: Noch sind nicht alle Apfel- und Birnensorten reif.

Andreas Dethlefsen ruft alle aktiven Senioren, die in Kellinghusen etwas für die Allgemeinheit tun möchten, dazu auf, sich bei ihm zu melden, um Obst für das Sozialkaufhaus in der Stadt und die örtlichen Altersheime zu pflücken.

Kontakt unter: 04822/2957.


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