zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 23:44 Uhr

THeater : Rampensäue zur Geisterstunde

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Passend zum Herbst bringt die plattdeutsche Theatergruppe aus Lohbarbek ein gespenstisches Stück auf die Bühne.

Dunkelheit, Herbstzeit, nun wird es gruselig. Während die Heimleiterin, Schwester Sieglinde Schwertfeger (gespielt von Yvonne Grüttner) glaubt, alles unter Kontrolle zu haben, horten zwei Frauen, die Schriftstellerin Alice Engelhart (Claudia Möller) und ihre Freundin, die ehemalige Sozialarbeiterin Lydia Hartleben (Anja Rusch), im Kellerraum heimlich Sachspenden für Hilfsbedürftige, die sie auf krummen Wegen erhalten haben.

Im Saal des Dorfgemeinschaftshauses herrscht angespannte Konzentration. Die Theatergruppe Lohbarbek mit dem Namen „Stagepigs“ bereitet sich auf ihre jährlichen drei Auftritte vor. Die sind immer nahezu ausverkauft, und das verstehen die Schauspieler auch dieses Mal als Verpflichtung zu besonders sorgfältiger Vorbereitung.

Seit Mai proben sie einmal in der Woche, seit den Sommerferien sogar zwei Mal. „Wir spielen dieses Mal das Stück ,Spökelstunden‘ von Rudolf Korf, was so viel heißt wie ,Geisterstunde‘“, erläutert Regisseurin Martina Firus.

Nun spielt das Stück auch noch in einem alten gespenstischen Kloster, und gespenstisch geht es da allemal zu. Denn die Spenden haben die zwei Herren, der ehemalige Pastor Balthasar Trautmann (Reiner Knutzen), und der ehemalige Richter Moritz Herzberg (Alexander Mandel) auf Raubzügen durch die Häuser derjenigen, die er nicht verurteilen konnte, ergaunert.

Die Truppe spielt seit 1978 plattdeutsche Stücke, ist seit zehn Jahren hier ansässig und hat sich vor drei Jahren ihren neuen Namen gegeben. Regisseurin Martina Firus achtet nun ganz besonders auf flüssiges Spiel, klare Aussprache und ausdrucksstarke Gesten.

Dass sie als traditionelle Theatergruppe in der Moderne angekommen sind, beweist neben ihrem neuen Namen auch Nadine Burmeister, zuständig für Bühnenbild und Deko, aber auch für Geräusche und Lichteffekte, die sie aus einer hinteren Ecke des Raumes über einen Laptop einspielt. So erklärt sich auch der Name, den sich die Truppe gegeben hat: „Stagepigs“ („Rampensäue“) denn so fühlen sich manche von ihnen. Die Kostüme schneidern und nähen sie selber. „Wir haben uns inzwischen aber auch einen kleinen Fundus angelegt“, so Martina Firus. Das Bühnenbild wird schon seit vielen Jahren von Rolf Albat gezimmert.

Das aktuelle Stück zeichnet sich aus durch eine ausgewogene Mischung aus Text und Aktion. „Wir mussten das Mecklenburger Platt allerdings erst noch umwandeln in Holsteiner Platt, das hier gesprochen wird. Wer das nicht spricht, muss alles auswendig lernen“, so die Regisseurin. Die recht umfangreiche Truppe mit neun Mitspielern plus Technik, Licht, Regie und Souffleuse ist so also gut vorbereitet.

Die Heimbewohner jedenfalls wundern sich im Fortgang des Stücks über die seltsamen Dinge, die sich besonders zur Geisterstunde in dem Heim abspielen. Sie finden das alles sehr merkwürdig, sind neugierig, wähnen sich auf heißer Spur. Welche Rolle dabei die ständig angetrunkene Mildred Dornfeld (Annika Firus), die Enkelin von Siegesmund, Jessica Markert (Ria Firus) und der Enkel von Moritz, Tom Herzberg (Ralf Grüttner) mit Unterstützung von Toseggersch Ingrid Dammann spielen, davon können sich die Besucher in den drei Vorstellungen selbst ein Bild machen. Eine Vorstellung ist bereits ausverkauft, die 160 Sitzplätze der übrigen Vorstellungen werden überwiegend besetzt sein. Und im Anschluss feiern alle gemeinsam noch eine After-Show-Party.


>Termine Lohbarbeker Theatergruppe „Stagepigs“, Dreiakter „Spökelstunden“, Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Lohbarbek: Sonnabend, 15. November, Freitag und Sonnabend, 21. und 22 November (ausverkauft), jeweils 19.30 Uhr; Eintritt: 7 Euro; nur VVK bei Claudia Möller (Telefon: 04826/3704910) und Nadine Burmeister (04826/7449999).


zur Startseite

von
erstellt am 07.Nov.2014 | 12:12 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen