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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 01:51 Uhr

Autorennen : Rammen bis das Blech kracht

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Mekka für Motorsportler: 73 Teilnehmer rasen mit ihren Autos über die Piste von Bokelrehm bei den Meisterschaften im Stockcar-Rennen

Motorengeheul, verdreckte Autos und ölverschmierte Gesichter: Einmal im Jahr wird die Koppel von Peter Söhren zum Mekka zahlreicher Motorsportfreunde. Viele nehmen für die Teilnahme am Stockcar-Rennen mehrere hundert Kilometer Anreise in Kauf. Die 73 Fahrer kommen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen, Mecklenburg Vorpommern und Dänemark. Den rennbegeisterten Motorsportlern bedeutet es viel, beim zweiten Lauf der norddeutschen Stockcarmeisterschaften in Kohlenbek dabei sein zu können. „In diesem Jahr werden bei uns sechs Wertungsläufe durchgeführt, weil das Rennen in Perleburg ausgefallen ist“, sagt Jens Lucht vom ausrichtenden „Blue Wonder“-Team, während auf einer rund 700 Meter langen und mit Schikanen ausgestattete Strecke mit fast allen Mitteln um die beste Punktzahl gekämpft wird.

Unterteilt in sechs PS-Klassen, zu denen auch eine Jugendklasse gehörte, gingen die Rennfahrer mit ihren Mitstreitern nicht gerade zimperlich um und rammten, was das Blech hielt. Tabu war allerdings der Angriff auf die Fahrertür. Zur Freude der mehreren Hundert Zuschauer, die das Rennen am Streckenrand mit Spannung verfolgten, gab es daher auch wieder zahlreiche Rempler, Überschläge und demolierte Fahrzeuge. Spaß bereitete zudem das Aussetzen von Kopfgeld auf einen bestimmten Fahrer. Brachte ein Pilot diesen zum Überschlag, bekam er das Geld.

Zu denen, die Benzin im Blut haben, gehört mittlerweile auch der durch den Radiosender RSH bekannt gewordene Kultbauer Fiete Pahl aus Sorgwohld. Obwohl er schon seit mehreren Jahren das alljährliche Ackerrennen mit flotten Sprüchen moderiert, wagte er sich erstmals selbst hinter das Lenkrad. Und während er seinen Opel Astra F „geschmeidig“ über die matschige Piste chauffierte, lauschten die Zuschauer den Worten des Co-Moderators: „Fiete, schieb dein Auto ins Fahrerlager und komm lieber wieder moderieren – das kannst du nämlich besser!“

Auf Besserung hofften auch Dieter und Marlies Reinhold aus Wesendorf bei Gifhorn, die seit 25 Jahren nahezu jedes Rennen ihres 47-jährigen Sohnes Michael vom Team „Not & Elend“ verfolgen. „Ich sage immer top oder flop“, so Vater Dieter ein wenig enttäuscht, nachdem der Wagen während des Rennes auf der Piste einfach stehen blieb. „Michael wird im Fahrerlager ein bisschen schrauben und dann wird der mit zwei Motoren ausgestattete Opel Corsa schon wieder laufen“. Überhaupt seien Fahrzeuge mit zwei Motoren oder ein Käfer mit Audi V8-Motor keine Seltenheit. Das Fahrerlager beim Kohlenbeker Stockcar-Rennen hatte einiges an Highlights und Hinguckern zu bieten. „Hier geht es immer sehr familiär zu, jeden hilft jeden“, sagt Tina, die gerade auf der Suche nach dem richtigen Schraubenschlüssel ist, den ihr Freund für sein Fahrzeug benötigt.

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