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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 19:31 Uhr

Kultur : Raffinierter Thriller begeistert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Veranstaltung von Leselust und Stadtbücherei in Wilster: Autorin Susanne Aernecke sorgt für Spannung.

Hohepriesterinnen, Seelenwanderung, Visionen und Anderswelt – Fantasy pur? Die Stichworte, mit denen Susanne Aerneckes neuer Roman angekündigt wird, täuschen. Die Münchner Autorin, die mittlerweile überwiegend auf der Kanareninsel La Palma lebt, hat sich intensiv mit der Geschichte der dortigen Urbevölkerung und ihrer Riten beschäftigt. Zwar sind ihre Figuren fiktiv, aber die Verknüpfung zweier Frauenschicksale aus dem 16. und 21. Jahrhundert verbindet die Geschichte der Insel und gegenwärtige Pharmaindustrieentwicklungen raffiniert zum Thriller und historischen Roman.

Die Lesung, die der Verein Leselust ein letztes Mal im Ausweichquartier in der Aula der Gemeinschaftsschule Wilster veranstaltete, stellte eine weit gereiste Autorin vor, die mit ihrer eigenen bunten Lebensgeschichte und Erfahrung differenzierte Romanfiguren und Handlungen zeichnet.

Die Kapitänstochter – ihre Münchner Mutter lernte den umtriebigen Vater, der sechs weitere Kinder hat und den die Tochter mit 19 das erste Mal auf seinem Schiff trifft, auf einer Seereise kennen – hat Sprachen und Regie studiert, viele Jahre Dokumentationen für das ZDF, Arte und 3Sat gedreht. Dafür war sie in entlegenen Regionen unterwegs, wie in der Mongolei, der Südsee, in Indien oder am Amazonas. „Weltreisende und Geschichtensammlerin“ nennt sie sich selbst. „Irgendwann musste ich auch sesshaft werden. Ich hatte die Kämpfe um die Drehgenehmigungen satt“, berichtete Susanne Aernecke von ihrem neuen Lebensabschnitt, in dem sie sich „in einem Häuschen am Meer“ nach dem Sachbuchschreiben nun ihrem ersten Roman widmete.

Dieser entführte das Wilsteraner Publikum in die Welt der Heilerin Iriomé, die auf La Palma und in Andalusien gegen die spanischen Eroberer kämpft, und der Augsburger Ärztin Romy. Diese legt sich auf einer Reise wegen der heilenden Pflanzen, mit denen schon Iriomé die Kranken kurierte, mit der Pharmaindustrie an. Es geht um Liebe und Mord, um die Bräuche der Ureinwohner und den Kontrast der Naturnähe zum industrialisierten Leben. Die Hintergründe und Leseproben hat Susanne Aernecke auch im Internet zusammengestellt: www. amakuna-saga.de.

„Mich interessieren all die Details der spanischen Kultur“, zeigte sich Sabine von Haw von der Autorin begeistert. Sie unterrichtet an der Brunsbütteler Volkshochschule Spanisch und outete sich in der Pause wie viele weitere Besucher als Fan der Kanaren. Gebannt lauschten sie den Erlebnissen von Iriomé und Romy, die in Parallelhandlungen jeweils ihre große Liebe treffen und auch am Schluss noch ein Geheimnis bergen.

Der dicke Wälzer „Die Tochter des Drachenbaums“ stellt den ersten Teil einer Trilogie dar, auf deren Fortsetzung viele Leseratten schon warten. Susanne Aernecke wurde von der Leselust-Vorsitzenden Birgit Boehnisch mit dem Versprechen verabschiedet, auch den nächsten Band in Wilster vorzustellen.

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