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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 10:59 Uhr

Chronik : Rätsel um Windmühlen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gemeinde-Chronik geht auch Geschichte der historischen Bauten im Ort nach / Vorstellung der Chronik am 24. August

von
erstellt am 20.Aug.2013 | 22:12 Uhr

Pünktlich zur 475-Jahr-Feier der Gemeinde erscheint eine Chronik und beschäftigt sich auch mit dem Thema: Windmühlen in Brokstedt!? Zwei von Heinz Pott archivierte Postkarten belegen, dass eine stattliche Windmühle Am Mühleneck stand. Das war ein „Leckerbissen“ für den Archivar Klaus-Dieter Westpfahl. „Neun Jahre standen andere Archivarbeiten im Vordergrund, aber nun wollte ich endlich mehr über diese Windmühle wissen“, betonte Westpfahl.

In der Chronik des Konrektors Berndsen von 1967 las Westpfahl, dass es sogar drei Windmühlen in Brokstedt gegeben hatte. Wahrzeichen des Ortes war viele Jahre die Haakesche Windmühle mit dem hohen Schornstein des Maschinenraums. Sie gab dem Ortsteil, wo sie stand, den Namen „Mühleneck“ und wurde wegen Baufälligkeit 1938 abgerissen.

Aber wer weiß mehr über die Windmühlen, gibt es noch weitere Aufzeichnungen oder Fotos? Der Sammler- und Jagdinstinkt bestimmte auch die Radtouren des Archivars durch die Gemeinde. Westpfahl fragte bei Wolfgang Heeschen an, ob es Unterlagen aus dem Nachlass seiner Eltern gab, die im Mühleneck wohnten. Die konnte Heeschen zwar nicht liefern, dafür aber den wertvollen Tipp, bei Axel Haake nachzufragen. Dort würde ein altes Gemälde von der Windmühle hängen. Dieses Gemälde von 1922 ließ wiederum die Frage aufkommen: „Wer mag es wohl gemalt haben?“ Die kunstvolle Darstellung zeigt die Windmühle des Urgroßvaters von Axel Haake.

Mit der Frage nach dem Künstler des Gemäldes und wertvollem Aktenmaterial über Ahnenaufzeichnungen, Bürgschaftsurkunde und einem Kaufvertrag von 1874 verließ Westpfahl das Büro des Landhandels Haake. Interessant auch die Materialleistungen, die bei einem Verkauf neben monetären Festlegungen zu leisten waren. So musste der Käufer sowie Besitznachfolger für die Altenteiler Friedrich Haacke und seiner Ehefrau Margarthe, geborene Schmuck, beispielsweise „jährlich zu Weihnachten 1 Schwein, welches geschlachtet 200 Pfund wiegen musste, 3 Tonnen grobes Roggenmehl, … , wöchentlich 11/2 Pfund Butter, täglich 1 Liter süße Milch und 2 Liter Buttermilch“ bereit halten sowie die benötigte Menge Feuerung frei Haus und trocken liefern.

„Nun galt es, Vorhandenes und Neues zusammen zu bringen, die deutsche Schreibschrift zu entziffern und die Texte zu archivieren“, betonte Klaus-Dieter Westpfahl. Trotz der teils mühseligen Kleinarbeit ist Klaus-Dieter Westpfahl froh, wenn ihm weiteres Material über die Windmühle zur Verfügung gestellt werden könnte. „Erst, wenn alles Material ausgewertet ist, lässt sich die Geschichte um die Brokstedter Windmühle verlässlich aufschreiben“, betont der Archivar.

Die Brokstedter Chronik, von der Gemeinde bei Professor Oliver Auge von der Christian-Albrechts-Universität Kiel in Auftrag gegeben, wird am Kommersabend sowie am Sonnabend, 24. August, bei Kaffee und Kuchen zwischen 14.30 und 15.30 Uhr vom Bürgermeister Clemens Preine kurz vorgestellt und ist für 29 Euro zu erwerben.

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