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8150 Euro gefunden : Rätsel um Geld-Schaf gelöst

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sabine Marschkes gab das Ersparte ihrer verstorbenen Mutter versehentlich im Itzehoer Sozialkaufhaus ab. Es war in einem Plüsch-Lamm versteckt. Jetzt hat sie das Geld wieder - und das Lamm.

Itzehoe | „Das kann nicht von uns sein – unsere Mutter hatte so eine kleine Rente!“ Das war Sabine Marschkes erste Reaktion, als ihr Bruder sie anrief. Er hatte in der Norddeutschen Rundschau gelesen, dass zwischen den Kleidern einer Spende im Sozialkaufhaus 8150 Euro gefunden worden waren. Doch dann las die Itzehoerin den Artikel und wurde stutzig – sie erkannte den Satz wieder, den sie bei der Abgabe gesagt hatte: „Da sind ein paar schöne Stücke dabei.“

Ein Anruf beim Sozialkaufhaus brachte schließlich die Gewissheit: Die 8150 Euro steckten in den Kleidungsstücken ihrer verstorbenen Mutter. Gestern holte Sabine Marschke das Geld bei Martin Meers, Geschäftsführer der Awo Bildung und Arbeit Gemeinnützige GmbH, ab. „Ich bin immer noch ganz aufgeregt“, sagte sie. „Da wären wir im Leben nicht drauf gekommen! Und dann auch noch so gut versteckt – alle Achtung.“ Denn die Scheine hatte ihre Mutter in ein Lämmchen gesteckt, das eigentlich als Hülle für eine Wärmflasche gedacht war.

Die Itzehoerin kann sich noch gut daran erinnern, wie sie nach dem Tod ihrer Mutter vor drei Wochen die Schränke in deren Mietwohnung leer räumte. „Ich wusste genau, dass ich Sachen ins Sozialkaufhaus bringen würde“, sagte sie. „Das mache ich mit gut erhaltenen Sachen immer so, weil ich denke: Da kann ich noch einen Menschen mit glücklich machen.“

Als sie schon mehrere Säcke gefüllt hatte, fand sie in der Kommode im Flur das Schaf. „Die Wärmflasche hatte ich zuvor schon in einen anderen Beutel gepackt.“ Also setzte sie das Stofftier erst einmal vor die gefüllten Säcke. „Es hat mich die ganze Zeit angeschaut.“ Erst ganz zum Schluss packte Sabine Marschke das Kuscheltier ein. „Meine Mutter muss das Geld über Jahre angespart und nach ihrem Schlaganfall vor zweieinhalb Jahren vergessen haben“, vermutet sie. Für die ehrlichen Finderinnen Urte Nagel und Tatjana Kleensang ist die Itzehoerin voller Lob. „Ich bin sehr dankbar, dass die beiden so ehrlich sind. So etwas gibt es doch heute gar nicht mehr!“

Hinter den beiden Mitarbeiterinnen des Sozialkaufhauses liegen aufregende Tage. In verschiedenen Zeitungen, Radio, Fernsehen – überall kamen sie groß raus. „Sie glauben gar nicht, wie oft wir angesprochen wurden“, sagt Urte Nagel. „Und jeder, der jetzt Spenden abgibt, sagt: ‚Aber es ist kein Geld drin‘.“

Die Ehrlichkeit habe sich hoffentlich ausgezahlt, freut sich Meers nach einem Gespräch mit der Firma Frauen. „Wir hatten schon Kontakt zu ihnen und freuen uns auf ihre Bewerbung“, bestätigt Christian Mrachacz, Assistent der Geschäftsführung.

Sabine Marschke wird auch in Zukunft ihre Spenden ins Sozialkaufhaus bringen – das Schaf allerdings nahm sie gestern wieder mit: „Als Erinnerung.“

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erstellt am 06.Feb.2014 | 05:00 Uhr

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