Absackungen : Radweg gesperrt

Zeigt die tiefen Risse im Rad- un d Gehweg: Heinz-Jürgen Heidemann.
Zeigt die tiefen Risse im Rad- un d Gehweg: Heinz-Jürgen Heidemann.

Teilabschnitt nach Kronsmoor an der Landesstraße 115 nicht mehr befahrbar – Zusammenhang mit der Kreidegrube wird nicht ausgeschlossen

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04. Dezember 2014, 04:45 Uhr

Die Landesstraße 116 nach Lägerdorf ist für schwere Fahrzeuge bereits gesperrt, jetzt trifft es auch den benachbarten Radweg nach Kronsmoor an der L 115. Das mehrere hundert Meter lange Teilstück musste aufgrund von tiefen Rissen und Absackungen für Radfahrer gesperrt werden. Ob die Schäden mit der stillgelegten Kreidegrube Saturn zusammenhängen, kann der zuständige Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr nicht ausschließen. Aber: „Der Schadensbewertungsvorgang ist noch nicht abgeschlossen“, sagt der Itzehoer Niederlassungsleiter Kai-Uwe Schacht. Die Landesstraße Richtung Lägerdorf musste bereits im September 2009 für größere Fahrzeuge gesperrt werden, weil Bewegungen im Untergrund festgestellt worden waren.

Handbreite Risse, eine stellenweise abschüssige Fahrbahn – innerhalb kurzer Zeit sind diese Schäden am Geh- und Radweg aufgetreten. „Wir haben bei einer Verkehrsschau festgestellt, dass der Zustand wegen der Asphaltaufbrüche dermaßen schlecht ist, dass eine Gefahr für Radfahrer besteht“, sagt Michael Nahrwold, Abteilungsleiter der Steinburger Verkehrsaufsicht. Konsequenz: Ein Verbot für Radler auf dieser Strecke. Auch ein Verbot für Fußgänger sei diskutiert worden, aber hier habe der Landesbetrieb signalisiert, mit Fräsgut gefährliche Stellen auszubessern.

Die Einschränkung auf der Landesstraße nach Lägerdorf besteht jetzt seit fünf Jahren - und auch für den jetzt gesperrten Radweg scheint es keine schnelle Lösung zu geben. „Die Anforderungen für Sanierungsmaßnahmen an Landesstraßen und den zugehörigen Radwegen sind im Landesstraßenzustandsbericht 2014 beschrieben. Da der Radweg an der L 115 nicht im landesweiten Radwegenetz enthalten ist und die L 115 eine geringe Verkehrsbelastung aufweist, kann dieser Radweg aktuell aus finanziellen Gründen nicht wieder instand gesetzt werden“, sagt Schacht. Der Radfahrverkehr solle zukünftig die Fahrbahn der L 115 mit benutzen. „Eine Mitbenutzung ist bei den vorliegenden Verkehrsbelastungen auch vertretbar.“

Dies sieht der Kellinghusener Heinz-Jürgen Heidemann, Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), ganz anders. Die jetzige Regelung sei für Radler – besonders für auswärtige – unübersichtlich und deshalb auch gefährlich. Denn die Strecke Richtung Kronsmoor ist für Radler mit einem Verbotsschild (Nummer 254) und einer Schranke gesperrt. Das Schild sage aus, dass Radfahrer hier nicht fahren dürften. Es gehe daraus aber nicht hervor, dass diese Verkehrsteilnehmer dann die Straße mitbenutzen sollen.

Zur Verwirrung trügen auch die touristischen Rad-Hinweisschilder Richtung Kellinghusen bei, die dort noch stünden. Sein Vorschlag für eine kurzfristige und bessere Lösung: Zum einen das blaue Erlaubniszeichen für Fußgänger, dass gleichzeitig ein Verbot von Radfahrern einschließt, und zum anderen Schutzstreifen auf der Straße. Diese markierten dort einen Radweg und trennten ihn von der Fahrbahn. „Durch diese optische Verengung fahren auch die Autos langsamer“, nennt Heidemann einen weiteren Vorteil. Doch hier will und kann die Verkehrsaufsicht nicht zustimmen. Gesetzliche Grundlagen ließen diese Streifen zurzeit außerhalb geschlossener Orte nicht zu, sagt Michael Nahrwold. Es liefe zwar ein Pilotprojekt in einem anderen Kreis, doch daraus lägen noch keine Erkenntnisse vor.

Der Landesbetrieb will die Schäden jetzt im Auge behalten. Die Entstehung neuer und die Vergrößerung vorhandener Risse werde beobachtet, betont Kai-Uwe Schacht.

Über die Straßen-Einengungen an der Landesstraße 116 kurz vor Lägerdorf klagen die Einwohner und Politiker bisher ohne Erfolg. Mittlerweile stehen die Absperranlagen, die keine Fahrzeuge über 3,5 Tonnen und mit einer Breite von mehr 1,80 Meter durchlassen, seit fast fünf Jahren. Und weiter ist seitdem nichts passiert. Allerdings gibt es seit kurzer Zeit einen runden Tisch in Kiel, der sich mit dem Thema befasst.

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