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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 00:02 Uhr

Bürgerprotest : Radweg dringend erwünscht

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Anwohner besorgt über Verkehrssituation in Elskop und am Altendeich. Nach Verkehrszählung soll Entscheidung über Radwegbau in Kiel fallen.

Drei Gemeinden – ein Problem: An den Kreisstraßen 7 und 48 im Bereich am Altendeich an der Grenze zwischen der Blomeschen Wildnis und Krempdorf und an der Dorfstraße in Elskop ist die Verkehrssituation für Radfahrer sowie Fußgänger nach Meinung vieler Anwohner lebensgefährlich. Seit Jahren ist hier ein neuer, sicherer Radweg geplant – immer wieder verzögerte sich der Bau. Zunächst gab es Probleme mit dem Grundstückserwerb. Dann hakte es bei der Finanzierung. Nun könnte Bewegung in die Angelegenheit kommen.

Das wird nach Ansicht von Karl-Heinz Meier dringend Zeit. Der 73-jährige Krempdorfer lebt am Altendeich und hält die jetzige Situation für „unmöglich.“ Der Verkehr werde immer mehr und die Fahrzeuge größer und schneller. Dagegen sei der vorhandene Bürgersteig am Altendeich viel zu schmal und werde zudem durch eine Mauer begrenzt. Und er befinde sich in schlechtem Zustand – sei uneben und zugewachsen, beklagt Meier. „Das ist gefährlich, besonders für Kinder, die noch nicht so sicher auf dem Rad sind, und ältere Menschen. Wer hier stürzt, befindet sich praktisch gleich im Fahrbahnbereich.“ Ein Stück weiter endet selbst der schmale Fußweg. Wer weiter will, muss die Straße nutzen. Wenn sich zwei Fahrzeuge begegnen, wird es für Radler richtig eng.

Die Schäden am Gehweg werden in Kürze behoben sein, sagt Krempdorfs Bürgermeisterin Dörte Harms. Auch um den Bewuchs will sich die Gemeinde kümmern. Das Grundproblem bleibt aber: Immer mehr Verkehr auf der engen Straße und nur ein sehr schmaler Bürgersteig, der dann auf dem letzten Stück Richtung Chaussee/L119 noch ganz endet. „Der Fahrradweg auf der anderen Straßenseite muss unbedingt gebaut werden“, sagt Karl-Heinz Meier. Er steht mit dieser Meinung nicht alleine. Andere Anwohner wünschen sich den Radweg ebenso wie Dörte Harms und ihr Amtskollege aus der Blomeschen Wildnis, Niels Schilling. In seiner Gemeinde soll das erste Stück des geplanten Fahrradweges verlaufen. Schilling: „Die Situation jetzt ist an einigen Stellen wirklich gefährlich. Wir sind daher zu 100 Prozent für den Neubau. Von unserer Seite ist alles vorbereitet und der Bau könnte sofort beginnen.“

Einige hundert Meter weiter in Elskop wünschen sich die Anwohner den Radweg ebenfalls lieber heute als morgen. Auch hier müssen Fußgänger und Radler bisher auf der Straße fahren. Seit vor zwei Monaten die Kompletterneuerung der Fahrbahndecke fertig gestellt wurde, merken die Elskoper: Der Verkehr ist mehr geworden. „Und ohne Schlaglöcher fahren die Leute jetzt schneller“, berichtet Sönke Rohwedder-Struve, der sich mit anderen Elskopern in einer Bürgerinitiative für den Bau des Radweges engagiert. Dem Vater von zwei Kindern bereiten vor allem die vorhandenen Fahrbahnverengungen im Verlauf der Dorfstraße große Sorgen. „Dort sind Radler, besonders Kinder, für Autofahrer sehr schwer zu sehen.“

„Die vorgeschriebene Geschwindigkeit wird häufig überschritten“, meint auch Elskops Bürgermeister Jochen Töllner. Er schätzt, dass bis zu 6 000 Fahrzeuge, davon zirka 500 Lastwagen und große Agrarmaschinen, pro Woche durch die Gemeinde fahren. Der Radweg sei daher unbedingt notwendig. „Am Wochenende fahren hier wirklich viele Radler. Unter der Woche ist die Straße Schulweg in Richtung Glückstadt.“ Mit der Schließung der Gemeinschaftsschule in Krempe wird die Dorfstraße in Elskop in dieser Hinsicht noch deutlich an Bedeutung gewinnen. Auch aus anderen Gemeinden werden Schüler dort zur Schule fahren müssen, gibt Töllner zu bedenken.

Die Einschätzungen vor Ort wird im zuständigen Kreisbauamt in Itzehoe geteilt. „Wer die Situation in diesem Bereich mit gesundem Menschenverstand beurteilt, kann zu keinem anderen Ergebnis kommen, als dass der Radweg gebaut werden muss“, erklärt Thorsten Grap, Leiter der Abteilung Straßenbau. Die Planungen seien abgeschlossen, so Grap. Wie die beteiligten Gemeinden hat auch der Kreis die Finanzmittel für den Bau für das Jahr 2015 im Haushalt eingeplant.

Allerdings können Kreis und Gemeinden die Mittel nicht alleine aufbringen. Sie sind auf die Förderung durch das Land Schleswig-Holstein angewiesen. „Für den Förderantrag fehlt noch eine aktuelle Verkehrszählung im Bereich Elskop. Dann haben wir alle Unterlagen zusammen“, erklärt Grap. Die Zählung, die wegen der langen Sperrung der Dorfstraße während der Sanierung bisher nicht möglich war, soll nun in Kürze beginnen. „Der exakte Termin steht noch nicht fest, aber im Laufe des Septembers wird es losgehen.“

Sobald die Ergebnisse der Zählung vorliegen, wird im Kieler Verkehrsministerium geprüft, ob eine Förderung aus Landesmitteln erfolgt. Entscheidendes Kriterium ist der Bedarf – mit ungewissem Ausgang: Die Bedarfsprüfung sei relativ zu sehen, erklärt Ministeriumssprecher Stefan Nitschmann. Die Entscheidung werde auch davon beeinflusst, was aus anderen Regionen an Anträgen gestellt werde. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Entscheidung völlig offen.“

„Ich bin guter Hoffnung, dass wir mit unseren Argumenten in Kiel überzeugen können“, sagt Thorsten Grap. „Mit einem positiven Bescheid aus dem Verkehrsministerium können wir direkt in die Ausschreibung gehen und hoffentlich 2015 bauen.“

 

 

 

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