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Norddeutsche Rundschau

17. Oktober 2017 | 10:08 Uhr

Verkehr : Radstreifen: Stadt will nachbessern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bürgermeister Andreas Koeppen kündigt in der Ratsversammlung Sanierung der Alten Landstraße an. Die Fahrbahn wird eventuell verbreitert.

von
erstellt am 26.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Wie sehr das Thema Radstreifen die Stadt in den vergangenen Monaten beschäftigt hat, ließ sich in der jüngsten Ratsversammlung schon daran ablesen, dass es weit über eine Stunde lang diskutiert wurde. Und das, obwohl die Politik in diesem Punkt gar nichts zu beschließen hatte. Am Ende wurde es nicht der „Sieg von Bürgerprotest über amtliche Rechthaberei“, den Ratsherr Ernst Molkenthin (Linke) zwischenzeitlich witterte. Doch für die Alte Landstraße kündigte Bürgermeister Andreas Koeppen Nachbesserungen an.

Doch der Reihe nach: Als Chef der Ordnungsbehörde entscheidet der Bürgermeister über die Gestaltung der Radstreifen – gebunden an gesetzliche Vorgaben, aber nicht an den Willen der Stadtpolitik. Die kann in dieser Frage nur Empfehlungen geben. Das taten CDU- und SPD-Fraktion gemeinsam und sprachen sich in einem Antrag für die Entfernung der Radstreifen in der Kaiserstraße und der Alten Landstraße aus (wir berichteten). „Sehr unglücklich“ seien diese Radstreifen, weil ständig Autofahrer auf ihnen fahren, sagte SPD-Fraktionschef Sönke Doll zur Begründung in der Ratsversammlung. „Totale Verunsicherung“ sei durch den Radstreifen in der Alten Landstraße geschaffen worden, stellte sein CDU-Kollege Ralph Busch fest. Man habe die Konsequenzen nicht richtig durchdacht, als – auch unter Mitarbeit der Politik – der „Masterplan Radverkehr“ inklusive der Radstreifen verabschiedet wurde. „Das war unser Fehler und den haben wir erkannt“, so Busch.

Für Henning Wendt (Grüne) wäre aber auch die Entfernung der Markierungen ein Fehler. Nicht überall seien die Streifen eine optimale Lösung, aber besser als alle kurzfristig umsetzbaren Alternativen. „Wenn wir die Streifen jetzt wieder entfernen, bedeutet das weniger Schutz für die Radfahrer“, so Wendt. Als „Unsinn“ bezeichnete auch Carl-Heinrich Peters (IBF) die Entfernung. „Die Streifen sind da, wir müssen nun mit ihnen leben“, so Peters. Zwar sei die Ausführung insbesondere in der Alten Landstraße „ungünstig“, aber ohne Erneuerung der Teerdecke seien die Streifen nicht so zu entfernen, dass sie nicht zu noch mehr Irritationen führen.

Diese Einschätzung bestätigte der Bürgermeister am Schluss der Debatte. Er räumte Fehler bei der Ausführung der Schutzstreifen in der Alten Landstraße ein. „Das ist nicht in Ordnung und kann nicht so bleiben.“ Eine Verbesserung lasse sich aber nicht ohne Erneuerung der Fahrbahndecke erreichen. Aktuell prüfe die Verwaltung, was möglich sei. „Die Decke muss erneuert werden. Eventuell können wir in dem Zuge die Fahrbahn auch etwas verbreitern, um dann einen vernünftigen Radstreifen einzurichten.“ Details werde man demnächst dem Stadtentwicklungsausschuss vorstellen.

Änderungswünschen in der Kaiserstraße erteilte Koeppen eine Absage: Dort bleibe der Radstreifen unverändert. Es fehlten schlicht sinnvolle Alternativen. Grundsätzlich appellierte Koeppen nach der teilweise emotional geführten öffentlichen Debatte der vergangenen Monate an alle Beteiligten, Autofahrer und Radfahrer nicht gegeneinander auszuspielen, und erinnerte an das bisher unstrittige gemeinsame Ziel, mehr für den „nicht-motorisierten“ Verkehr in der Stadt tun zu wollen. Dazu hatten sich in der Debatte zuvor schon SPD, CDU und Grüne bekannt und auch die Bereitschaft signalisiert, dafür Geld in die Hand nehmen zu wollen.

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