Radierung mit Olümpia-Schlick

 Foto: pöschus
Foto: pöschus

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05. Juli 2013, 03:59 Uhr

Brunsbüttel | Wattolümpia ist überall, sogar versteckt in Kunstwerken, die sich überhaupt nicht mit dem Benefizspektakel befassen. Denn der aktuelle Radierungs-Kursus des Brunsbütteler Künstlers Jens Rusch verwendet den Schlick aus der Elbe vor Soesmenhusen, dem Austragungsort der Wattolümpiade, für besondere grafische Effekte. Dazu wird Schlamm auf einer Unterlage getrocknet, bis unterschiedliche Risse entstehen. Dies wird dann auf Kupferplatten geätzt und liefert den Hintergrund für Radierungen. Renate Rönsch (Foto) aus Stotel bei Bremerhaven hat auf diese Weise einen Teil ihrer Radierung, ein Stück Mauerwerk, mit filigranen Rissen versehen. In der rechten Hand hält sie die Kupferplatte, von der der Druck in ihrer linken Hand angefertigt wurde. "Das Aufwändigste ist bei dem Verfahren, die Konturen des Gesichts herauszuarbeiten", sagt sie. Renate Rönsch ist eine von neun Künstlern, die in Ruschs Atelier die Grundlagen der Radierungen erlernen und sich mit speziellen Techniken befassen. Dazu gehört auch die Verwendung von Asphaltlack, durch den ein marmorierter Hintergrund entsteht. Dieser Lack schützt die Kupferplatte vor der ätzenden Säure, so dass besondere Muster entstehen. Rusch ist begeistert von der Kreativität der Teilnehmer und freut sich: "Es kommen immer wieder Neue dazu, die noch nie eine Radierung gemacht haben."

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