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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 13:35 Uhr

„Radfahrer zur Seite gedrängt“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

BUND fordert Überarbeitung der Pläne für eine Erweiterung des Hauses an der Stör an der Reichenstraße

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Noch ist das letzte Wort über die mögliche Verkürzung der Reichenstraße und die Erweiterung des Hauses an der Stör nicht gesprochen. Der Investor plant eine Erweiterung des Seniorenheims um einen Trakt, der quer über die Straße gebaut werden soll (wir berichteten).

Gegen die Pläne macht jetzt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) mobil. „Durch den neuen Bau werden Radfahrer zur Seite gedrängt“, sagt Vorstandsmitglied Gisela Wieneke. Die müssten einen Umweg fahren, wenn der Neubau die Durchfahrt unmöglich macht. „Dann müssen Radfahrer, die von Süden in die Stadt wollen, einen – zugegeben kleinen – Umweg über einen Sandweg entlang der Malzmüllerwiesen nehmen. Der ist aber in der Hälfte des Jahres kaum passierbar, weil er schlammig oder gefroren ist“, schimpft Wieneke. Sie ist persönlich betroffen: „Auch wenn dort Lampen aufgestellt werden – ich würde dort im Dunkeln nicht entlang fahren.“ Gerade in einer Zeit, in der die Stadt sich mit dem Masterplan Radverkehr auseinandersetz, mute ein solcher Plan „zumindest merkwürdig“ an. Denn auch der Radweg entlang der Adenauerallee sei „mehr eine Buckelpiste“.

Auch Lothar Wittorf, der die Stellungnahme verfasst hat, hält den Bauplanentwurf für „Kfz-lastig“. Dazu bemängeln er und BUND-Vorstand Rainer Guschel, dass die Sichtachse zur Stör und die alte Einfallsstraße geschlossen werde.

„Es wäre im Interesse der ganzen Stadt, wenn die geöffnet bleiben würde“, sagt Wittorf – und greift damit Argumente auf, die schon Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses gegen den Entwurf vorgebracht haben.

Planer Stefan Röhr-Kramer hatte damals versprochen, diesen zu überdenken. „Da sind jetzt bei“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Noch sei nicht klar, ob und wie der Plan am Ende aussehe. „Das sollen auch zuerst die Politiker diskutieren.“ Der Ausschuss wird sich vermutlich im Februar mit dem Thema beschäftigen.

Auch bei der Stadtverwaltung gibt man sich zugeknöpft. „Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange wie etwa dem BUND gehen jetzt ein“, sagt der Leiter der Stadtplanung, Marc Springer. Dann müsse man sehen, ob der „Entwurf angepasst werden kann“. Zumindest der Verlauf der Leitungen in der Reichenstraße spreche nicht gegen einen Bau, der parallel und nicht wie ursprünglich geplant quer zur Fahrbahn verläuft, so Röhr-Kramer. Dann könnte auch eine kurze Verbindung für Radfahrer in die Stadt erhalten bleiben.

>Weitere Info: www.itzehoe.de/beteiligungsverfahren.

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