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Prominenter besuch : Radeln mit dem Ministerpräsidenten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zu einer Fahrradtour kam Ministerpräsident Torsten Albig nach Herzhorn und Sommerland. Er hörte sich dort die Forderungen nach einem Radweg an der L 168 an. Doch den Bau konnte er nicht versprechen.

„Wir woll’n den Radweg – jetzt!“, schallte es Sonnabendnachmittag lautstark aus rund 120 Kehlen am Radmahnmal an der Landesstraße 168 im Sommerländer Ortsteil Lesigfeld. Die mit Fahrrädern zum Mahnmal gekommenen Herzhorner und Sommerländer wurden bei dem von Pastor Friedrich Kleine auf der Gitarre begleiteten Lied von einem gut gelaunten Gast unterstützt – dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD). Albig hatte sich zusammen mit seinem Sicherheitspersonal und der SPD-Bundestagskandidatin Karin Thissen am Herzhorner Marktplatz auf bereitstehende Fahrräder geschwungen und sich dem Tross gen Sommerland angeschlossen. Nach der 3,9 Kilometer langen Fahrt entlang der stark verkehrsbelasteten Landesstraße zeigte sich Albig wenig begeistert. „Das war kein schönes Gefühl“, räumte der Ministerpräsident am Mahnmal ein. Er gehe jetzt mit einer anderen Vorstellung über einen im Lande noch fehlenden Radweg nach Hause. Gleichzeitig wollten aber weder der Ministerpräsident noch Karin Thissen ein Wahlversprechen abgeben.

Im Hinblick auf weitere fehlende Radwege und vieler verbesserungswürdiger Straßen im Lande gab Albig zu, dass die Landespolitik in den vergangenen Jahrzehnten auf das falsche Pferd gesetzt habe. „Man hätte mehr in die Unterhaltung des bereits Bestehenden investieren müssen. Nach 40 Jahren merken wir das und wissen inzwischen, dass uns die Unterhaltung einer Landesstraße pro Quadratmeter 1,16 Euro im Jahr kostet.“ Was den Bau künftiger Geh- und Radwege an Landesstraßen angehe, müsse man miteinander reden und ehrliche Prioritäten setzen.

„So wie Sie mich hierher gelotst haben, so habe ich vor einigen Monaten Herrn Ramsauer und unsere Bundeskanzlerin zum Nord-Ostsee-Kanal geholt und ich bin mir sicher: Das hat was bewirkt!“, machte Albig den Zuhörer etwas Hoffnung.

Die 18-jährige Tessa von Leesen, von der Kirchengemeinde Herzhorn-Süderau schilderte die Problematik noch einmal aus ihrer Sicht. „Ich freue mich über Ihren Besuch und es ist schön, dass Sie sich mit dem Rad hierher getraut haben. Die Strecke ist ja nicht ganz ohne, aber eben ganz ohne Radweg. Sie müssen schon zugeben, dass Sie sich auf einem Radweg doch um einiges sicherer gefühlt hätten.“ Sie räumte gleichzeitig mit dem Vorurteil auf, Jugendlichen sei es egal, was in der Politik geschehe. „Das stimmt nicht, wir setzen uns ein. Wir wollen gehört werden und wir wollen unseren Radweg! Zeigen Sie uns durch Ihre Unterstützung, dass sich Initiative lohnt“, appellierte Tessa von Leesen und erhielt dafür auch vom gutgelaunten Ministerpräsidenten anerkennenden Beifall.Es schloss sich eine lockere Diskussionsrunde bei Verköstigung der regionalen Delikatesse, dem Herzhorner Kringel, an.

Bevor alle Teilnehmer zum nächsten Termin in Richtung Dückermühle davon radelten, verdeutlichte Karin Thissen, dass eine Verkehrsinfrastruktur wichtig sei und dass Politik etwas mit Emotionen zu tun habe. „Und ich bin mir sicher, dass sich unser Ministerpräsident an seine Radtour von Herzhorn nach Sommerland immer erinnern wird“.

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