Trithlon in Glückstadt : Radeln, laufen, schwimmen, schwitzen

Treten für die Klasse 8c beim Radfahren an: V.l. Kai Cornelius, Magnus Wulf, Ben Adeba und Daniel Blucha.
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Treten für die Klasse 8c beim Radfahren an: V.l. Kai Cornelius, Magnus Wulf, Ben Adeba und Daniel Blucha.

Einen Schultag lang absolvieren die Fünft- bis Neuntklässler der Elbschule einen Triathlon – bei teilweise über 30 Grad.

shz.de von
03. Juli 2015, 05:00 Uhr

Glückstadt | Unter lauten Anfeuerungsrufen ihrer Klassenkameraden klettern die ersten Schwimmer aus dem Wasser und rennen klitschnass den Hügel herunter. Dort warten schon ihre Teamkameraden auf ihren Fahrrädern – direkt nach dem Abklatschen treten sie in die Pedalen und rasen auf die erste Kurve zu.

Hier haben es sich schon Amy Knickrehn und Yakira Ruthartmann auf Stühlen gemütlich gemacht. Die beiden Zehntklässlerinnen haben gerade die Schule beendet und helfen jetzt freiwillig beim Triathlon als Streckenposten aus. Von Klasse fünf bis neun nehmen ansonsten alle Schüler der Elbschule teil. Rund 200 Kinder und Jugendliche sind es insgesamt, die sich bei Temperaturen über 30 Grad im Radfahren, Laufen oder Schwimmen miteinander messen. Amy und Yakira haben das alles schon dreimal mitgemacht. „Der Triathlon ist immer ein großer Spaß – vor allem, weil man innerhalb seiner Klasse zusammenarbeiten muss, um ein gutes Ergebnis zu erzielen.“

Aus jeder Klasse nehmen jeweils vier Schüler an jeder der drei Disziplinen teil. Die erste Gruppe schwimmt 300 Meter, beziehungsweise 200 Meter bei den Fünftklässlern im Fortuna-Bad. Dann fahren die Nächsten insgesamt 7,5 Kilometer (5 Kilometer) mit dem Rad in zwei Runden über den Deich bis zum Fähranleger und dann läuft die dritte Gruppe eine 2,5 Kilometer lange Strecke über den Deich.

Kurz bevor es für Daniel Blucha, Magnus Wulf und ihr Fahrrad-Team aus der Klasse 8c auf die Strecke geht, sind die Jungen noch optimistisch. „Wir wollen gewinnen – den Teamgeist haben wir schon. Und rechnen uns gute Chancen aus“, sagt Daniel. „Ich bin froh, dass ich nicht laufen muss – wenigstens der Fahrtwind kühlt uns ein bisschen ab.“ Auf die Schwimmer ist er allerdings schon etwas neidisch – „aber darauf hatte ich keine Lust. Und Fahrrad fahre ich ja auch sonst jeden Tag.“

Die Läufer haben es bei den hohen Temperaturen am schwersten. „Wir haben die Laufstrecke wegen der hohen Temperaturen aber schon um die Hälfte gekürzt“, erklärt Sportlehrer Bernd Jacobsen. „Wir hatten sogar schon überlegt, ganz abzubrechen – aber die Ozon-Werte sind in Ordnung, das haben wir vorher überprüft.“ Vor dem Start haben die Sportlehrer die Schüler extra darauf hingewiesen, sich nicht zu überanstrengen – „schließlich ist das ja hier kein olympischer Wettkampf“, wie Jacobsen sagt. Die beiden Streckenposten Amy und Yakira beobachten aber viele Starter, die es am Anfang übertreiben. „Vor allem die Fünftklässler – die Älteren wissen schon, dass sie sich ihre Kräfte einteilen müssen.“

Trotzdem machen die Temperaturen den Schülern ganz schön zu schaffen. Gerade bei den älteren Jahrgängen, die gegen Mittag in der prallen Sonne auf dem Deich unterwegs sind, stoßen einige an ihre Grenzen, verlegen sich aufs Gehen oder brechen sogar ganz ab. Andere mobilisieren am Ende der Deich-Strecke noch einmal alle Kräfte, liefern sich auf dem letzten Stück, wo es bergauf geht, kleine Rennen. Am Streckenrand feuern die Streckenposten die Teilnehmer lautstark an, Passanten haben oft ein aufmunterndes Wort für die Schüler, einige Glückstädter beobachten das Treiben sogar von Klappstühlen in ihrem Vorgarten aus.

Gleich im Anschluss an den Wettkampf werden die Sieger der Klassen gekürt.

Für Schulleiterin Claudia Siebert ist es der erste Schultriathlon, nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr wegen einer Schlechtwetterfront ausgesetzt werden musste. Sie freut sich über die hochmotivierten Schüler, die im Wasser und an Land trotz der Hitze ihr Bestes geben.

Und ein Dank von Bernd Jacobsen geht an alle, die diese Schulveranstaltung möglich machen: die Stadtwerken, die das Schwimmbad zur Verfügung stellen, die Schwimmmeister, die die Bahnen für die Schüler absperren und auch für die Lautsprecherdurchsagen sorgen, das Amt für Küstenschutz, das den Deich für den Lauf und die Radfahrer freigegeben hat, die Polizei, die für die Sicherheit der Schüler auf den Straßenabschnitten sorgen, der Stadt Glückstadt und „an alle Kollegen, die jetzt hier in der Sonne schwitzen, damit die Veranstaltung reibungslos läuft.“



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