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KInderlabor : Rabe Abraxas begeistert für Chemie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Einrichtung in Brunsbüttel vor zehn Jahren gegründet, 5000 Jungen und Mädchen haben seitdem die Welt der Elemente kennen gelernt.

Den Raben Abraxas kennen die meisten als Gefährten der „Kleinen Hexe“ aus der Feder Otfried Preußlers. Sein Brunsbütteler Namensvetter ist zwar genau so frech und gesprächig, doch mit Hexerei hat er wenig zu tun: Der gefiederte Chef des Kinderlabors in Brunsbüttel-Süd sorgt seit zehn Jahren dafür, dass Jungen und Mädchen das Fach Chemie auf unterhaltsame Weise näher gebracht wird.

Die Klagen über die mangelhaften Chemiekenntnisse der jugendlichen Ausbildungsplatz-Bewerber seien auch am Standort Brunsbüttel immer lauter geworden, erinnert sich Wolfgang Pfeffer (Sasol). Die Lehrpläne der Schulen seien zu unterschiedlich, überhaupt setzten die Naturwissenschaften zu spät an. Nach einem Besuch des BASF-Kinderlabors in Ludwigshafen stand für Pfeffer und seinen Kollegen Jürgen Peters fest: „Das brauchen wir hier auch!“ Als die Bahn-Rückfahrt vom Rhein in Hamburg-Altona endete, war das Konzept für den Brunsbütteler Standort fertig. Die Teilnehmer der Werkleiterrunde gaben grünes Licht, und so stand der Umsetzung der Pläne nichts im Wege.

Räume wurden den Organisatoren vom damaligen Bürgermeister Wilfried Hansen in der größtenteils ungenutzten Grundschule Süd angeboten. Am 19. November 2004 durften die ersten Schüler im Kinderlabor experimentieren. Beteiligten sich in den Anfangsjahren noch insgesamt sechs Unternehmen an dem Projekt, so wird es mittlerweile nur noch von Sasol und Bayer am Leben gehalten. Das jedoch mit viel Engagement: „Wir wollen deutlich machen, dass Chemie ein wichtiger und elementarer Baustein des Lebens ist und nichts Böses und Schlimmes, wie oft zu hören ist“, betont Jürgen Peters. Der 61-Jährige koordiniert die Termine des Kinderlabors und hält den Kontakt zu Schulen und Kindertagesstätten, die mittlerweile ebenfalls zu den Besuchern der Einrichtung zählen.

Hauptsächlich sind es jedoch Dritt- und Viertklässler, die sich um die vier Versuchstische im Kinderlabor scharen. Die Experimente sollen kindgerecht, sicher, spannend und einfach nachzumachen sein sowie aus der Erlebniswelt der Kinder stammen. Wolfgang Pfeffer: „Das Kind wird mit Dingen konfrontiert, die es auch von zuhause kennen sollte.“ Daher stehen die Versuche „Zaubertinte“, „Schmutzwasser reinigen“, „Düfte erkennen“ sowie „Die Farben des Rotkohlsaftes“ auf dem Programm. Viele Zutaten wie Brausepulver, Waschmittel, Zitronensaft und Seife bringen die jungen Besucher selbst mit. Alles ist völlig ungefährlich, für das richtige Labor-Erlebnis werden die Gäste dennoch mit weißen Kitteln und Schutzbrillen ausstaffiert.

Angeleitet werden die Kinder von angehenden Chemikanten und Chemielaboranten der Firmen Bayer und Sasol. „Die Hauptpersonen sind unsere Azubis“, sagt Wolfgang Pfeffer. „Ich habe einen Riesenspaß daran, die Unterschiede zu sehen im Umgang mit der Situation.“ So lernten im Kinderlabor nicht nur die kleinen Besucher etwas, sondern auch die Auszubildenden, die die Mädchen und Jungen in die Geheimnisse der Chemie einweihen. Für die Gäste ist die Teilnahme kostenlos, nur die Anreise – überwiegend aus den Kreisen Dithmarschen und Steinburg – muss organisiert werden.

Rund 5000 Kinder haben seit der Gründung von der Einrichtung in Brunsbüttel-Süd profitiert. Für das Team des Kinderlabors, das zunächst vom inzwischen aufgelösten Verein Schule-Betrieb Brunsbüttel betrieben wurde und im Mai 2010 unter das Dach der Brunsbütteler Volkshochschule schlüpfte, gibt es keinen schöneren Lohn als die Begeisterung der jungen Besucher: „Es ist das absolute Highlight, wenn man in die Gesichter der Kinder guckt: Die strahlen!“, so Wolfgang Pfeffer. „Das Selber-Machen-Dürfen, diese Aha-Erlebnisse – das ist unbezahlbar!“ Und nach zehn Jahren Kinderlabor fahren die Betreiber auch erste Erfolge ein, was die Bewerbungen betrifft: Es melden sich jetzt Schulabgänger, die als Grundschüler das Kinderlabor besuchten und manchmal schon dort ihre Liebe zur Chemie entdeckten.

Das zehnjährige Bestehen wird am 19. November ab 17 Uhr in den Räumen an der Jahnstraße gefeiert. Eingeladen sind alle Gründer und Unterstützer des Projekts – und natürlich Kinder, die an diesem Tag gemeinsam mit Abraxas erste spannende Labor-Erfahrungen sammeln können.


>Kinderlabor Brunsbüttel: Informationen und Anmeldung bei Jürgen Peters, Tel. 04852/392363, Juergen.Peters@de.sasol.com



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erstellt am 14.Okt.2014 | 05:00 Uhr

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