zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

16. August 2017 | 17:52 Uhr

ballett : Pure Schönheit und viel Pracht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bolschoi-Staatsballett Belarus begeistert im ausverkauften theater itzehoe mit „Schwanensee“.

Tschaikowskis Ballettsuite „Schwanensee“ erzählt die Geschichte der Schwanenkönigin Odette, die nur durch grenzenlose Liebe von der Macht des bösen Zauberers Rotbart befreit werden kann. Prinz Siegfried, gerade volljährig geworden, soll sich bei Hofe seine zukünftige Königin aus den schönsten Mädchen des Landes auswählen, da hat er sich schon der Schwanenkönigin versprochen. Aber der böse Rotbart gibt nicht auf; mit Hilfe seiner bösen Gattin Odile, die Odette zum Verwechseln ähnlich sieht, versucht er das Glück zu verhindern. Aber in dieser Fassung des „Bolschoi Staatsballetts Belarus“ (Minsk) gelingt ihm das nicht. Siegfried und Odette obsiegen. In einem grandiosen Schlussbild präsentiert sich das glückliche Paar vor der aufgehenden Sonne am Schwanensee.

Die opulente Inszenierung des Bolschoi-Staatsballett Belarus von Juri Trojan ist ganz dem klassischen Ballett verpflichtet. Sie präsentiert pure Schönheit. Das Publikum im ausverkauften theater itzehoe kann in den liebevoll gestalteten Details von Bühnenbild, Kostümen und Maske schwelgen. Der Wirkung von Tschaikowskis bildmächtiger Musik mit ihren imposanen Steigerungen und Tutti, mit ihren stillen lyrischen Momenten kann man sich ja auch ohne Ballett kaum entziehen. Im Mittelpunkt des Ganzen: Das Corps de ballett aus Minsk mit den begeisternden Solotänzern, denen zum Schluss mit stehenden Ovationen gedankt, teilweise sogar gehuldigt wird. Allen voran tanzt die Ballerina Olga Gayko, die die unglaublich anstrengende Rolle der Odette/Odile nicht nur mit Kabinettstückchen (so die Salve von gedrehten Fouettés, die einen Beifallssturm auslösen) ausfüllt, sondern auch mit allein mit tänzerischen Mitteln gezeigten Widersprüchen der beiden Figuren, zunächst als schöne naive Schwänin, dann als die gerissene Verführerin. Ihre schwanenähnlichen Bewegungen: schwebend fragil.

Der Primaballerina steht mit Igor Onoschko als Prinz Siegfried ebenfalls ein begnadeter Tänzer zur Seite, der aber auch ein guter Schaupieler ist. Er tanzt eben nicht nur als Schwanen-Kran über die Bühne, sondern verleiht seiner Rolle als gedemütigter Liebender auch psychologische Tiefe; das entwickelt bei aller tänzerischen Kraftmeierei auch sensible Facetten. Die humorvollen Intermezzi tanzt Konstantin Geronik als Hofnarr, auch er überzeugt durch animierende Energie.

Die fast drei Stunden dauernde Inzenierung entwickelt prachtvolle Bilder in den folkloristischen Tänzen wie Bolero, Tarantella, Czardas und Mazurka, bei denen das Publikum dem Corps de ballett immer wieder Zwischenbeifall spendiert. Gesamteindruck: überragend!

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 17.Jan.2014 | 05:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen