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Norddeutsche Rundschau

17. August 2017 | 00:03 Uhr

Im Zentrum : Punk-Problem abgehakt

vom

Keine Polizeieinsätze, kein Handlungsbedarf, findet die Politik und stellt auch Raumwünsche der alternativen Kulturszene zurück.

Am La-Couronne-Platz existiert offiziell kein Problem mit den Punks mehr. Die Verwaltung und die Politik stellen ihre Aktivitäten ein – so beantragte es Jürgen Stahmer (SPD) im Ausschuss für städtisches Leben, so beschloss es das Gremium ohne Gegenstimme.

Es gebe dort seit langem keine Vorfälle mehr, die die Polizei beschäftigen, begründete Stahmer seinen Antrag. Ein Einsatz bei einer Geburtstagsfeier Anfang Juli sei der einzige in den vergangenen anderthalb Jahren gewesen, präzisierte Holger Pump, Leiter des Amtes für Bürgerdienste. Es gehe nicht mehr um die Randgruppen, wie sie bisher genannt wurden, sondern um einen Raum für die alternative Kulturszene. Dazu hätten „die Punks eindeutig zu verstehen gegeben, dass sie nicht den Gesprächsbedarf haben“, so Pump. Gegenüber unserer Zeitung hatte Punker „Werwolf“ erklärt: „Für uns selber bringt das nichts.“

So blieben mit dem Verein Freiraum Itzehoe, der Künstlergemeinschaft „Schall und Rausch“ und dem Eagles-Fanclub „Kurve IZ“ drei Gruppen. Deren Raumwünsche werden nun zurückgestellt, bis für das künftige Haus der Jugend ein Nutzungskonzept erstellt wird. Das war der zweite Teil von Stahmers Antrag, den SPD und CDU durchsetzten.

„Wir wissen die Wünsche, aber nicht die Ziele“, begründete Stahmer den Antrag. Es sei zwingend notwendig, dass die Gruppen ihre Ziele darlegen. Die Verwaltung habe sie angeschrieben mit der Bitte, ihre Raumvorschläge zu nennen, sagte Andreas Arndt, Leiter des Amtes für Bildung. Eine Rückmeldung habe es bislang nicht gegeben. Er sehe auch nicht die politische Absicht, einen Raum zu schaffen. Der Versuch, die Initiativen in die HdJ-Nutzung einzugliedern, werde sicher noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Das müsse zu ihnen transportiert werden, um angesichts anderer Erwartungshaltung Enttäuschung zu verhindern.

Die Gruppen suchten noch nach einem Raum, aber Stahmers Antrag beinhalte ein ganz neues Konzept, meinte Dr. Kirsten Lutz (DAF). „Wir stehen doch irgendwie im Wort bei den jungen Menschen.“ Auch Ausschussvorsitzende Eva Gruitrooy (Bündnisgrüne) wollte nicht mit einer voreiligen Entscheidung eine andere Richtung einschlagen, sondern abwarten. Dagegen sagte Oliver Michels (CDU), er habe sich in der Mai-

Sitzung des Ausschusses, als die weiteren Gruppen in die Raumsuche aufgenommen wurden, überrumpelt gefühlt: „Wir haben ein Fass aufgemacht mit ungewissem Ausgang.“ Er kenne die Gruppen nicht und wolle wissen, was mit städtischen Geldern unterstützt werde. Zunächst einmal gehe es nur darum, die Wünsche der Initiativen  „zurückzustellen“. So entschied es die Mehrheit dann auch.

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erstellt am 17.Sep.2014 | 12:00 Uhr

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