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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 23:31 Uhr

SIHI : Pumpenbauer vor dem Verkauf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Flowserve Corporation aus den USA will die SIHI-Gruppe mit Sitz in Itzehoe übernehmen.

von
erstellt am 15.Nov.2014 | 07:00 Uhr

Vakuumpumpen und Flüssigkeitspumpen. Immer wieder neue Entwicklungen. Eine führende Rolle in der Welt. Der Pumpenbauer SIHI ist gut aufgestellt. Und das weckt Begehrlichkeiten: Gestern hat die Flowserve Corporation mit Sitz im texanischen Irving die geplante Übernahme von SIHI bekannt gegeben.

Derzeit gehört das Unternehmen zur Thyssen-Bornemisza-Gruppe, als Kaufpreis wurden 298 Millionen Euro genannt. Flowserve will das Geschäft, das unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch Aufsichtsbehörden steht, zu Beginn des kommenden Jahres abschließen. Dieser Schritt passe zur Wachstumsstrategie von Flowserve, erklärte Firmenchef Mark Blinn. SIHI bringe eine solide Basis mit und ergänze das Portfolio des Konzerns – denn Vakuumpumpen gehören noch nicht dazu, auch in anderen Bereichen gebe es wenige Überschneidungen. Mit weiterem Wachstum und dem Ausnutzen von Synergien will Flowserve den Gewinn vor Steuern bei SIHI bis zum Jahr 2017 verdoppeln.

Flowserve ist ein führender Hersteller und Lieferant von Pumpen, Armaturen, Dichtungen und Automatisierungslösungen mit mehr als 15 000 Mitarbeitern weltweit. SIHI, 1920 in St. Margarethen als Siemens & Hinsch gegründet, hat weltweit rund 1700 Angestellte und erzielt einen Umsatz von rund 280 Millionen Euro. Der Schwerpunkt der Niederlassungen liegt in Europa. Folgerichtig lobt der künftige Eigentümer die starke Präsenz des Unternehmens, seine erfahrenen Angestellten, effiziente Produktionsstätten und starke Kundenbindung. Gleichzeitig sei es gut aufgestellt für die Ausweitung in Wachstumsmärkte wie Asien, Amerika und Osteuropa. Dabei könne wiederum die große Reichweite von Flowserve genutzt werden.

Die Nachricht von der geplanten Übernahme kam gestern am späten Nachmittag, eine Stellungnahme aus der SIHI-Zentrale an der Itzehoer Lindenstraße war nicht zu erhalten. Die Chefetage um den Aufsichtsratsvorsitzenden Erich Mohrdieck hatte viel zu besprechen. Im Januar hatte dieser gegenüber unserer Zeitung erklärt: „Das Unternehmen ist heute in einer strategisch und finanziell guten und stabilen Position.“ Besonders betont hatte er dabei die Innovationen, die in Deutschland entwickelt würden und auf dem Weltmarkt eine klare Positionierung hätten. Dabei würden neben der chemischen Industrie, Nahrungsmittelindustrie sowie Energie- und Umweltttechnik auch neue Märkte angepeilt, beispielsweise durch industrielle Vakuum-Anwendungen für die Beschichtung. Das blieb auch in den USA offenbar nicht unbemerkt.

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