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Dem Bedarf gerecht werden: : Psychologen an Praxen angeschlossen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ambulante Versorgung von Patienten in Dithmarschen erweitert. Medizinisches Versorgungszentrum Brunsbüttel schafft zwei halbe Kassensitze, die an vorhandene Arztpraxen angegliedert sind.

In Dithmarschen kümmern sich zwei weitere Ärzte in der ambulanten Versorgung um Patienten mit psychischen Problemen. Über das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Brunsbüttel sind zwei halbe Kassensitze geschaffen worden, die an vorhandene Arztpraxen angegliedert wurden. Das Besondere an der Konstellation: Marianne Birresborn und Andreas Nottelmann bleiben dennoch auch Oberärzte in den Westküstenkliniken Brunsbüttel und Heide und sind dort weiterhin halbtags tätig.

Andreas Nottelmann, Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am WKK Heide nutzt bereits Räumlichkeiten und personelle Ressourcen in der Facharztpraxis von Dr. Gotje Birker in Heide. Dabei repräsentiert er eine Zweigstelle des MVZ Brunsbüttel, dem der Kassensitz zugesprochen worden war, und ist dort vor allem nachmittags nach Terminabsprache tätig. „Die Arbeit als niedergelassener Arzt ist sehr interessant. Ich befasse mich mit Patienten, die sehr verschiedene Krankheitsbilder mitbringen und entsprechend behandelt werden müssen“, erläutert der Facharzt.

Auch in Brunsbüttel wird der halbe Kassensitz an eine bestehende Praxis angegliedert. Für Marianne Birresborn, die weiterhin als Leiterin der psychiatrischen Tagesklinik tätig ist, werden Räumlichkeiten in der Praxis von Sabine Studt eingerichtet. Dazu wurde ein Teil des 7. Obergeschosses im WKK-Gebäude umgebaut.

„Wir hatten in den vergangenen Monaten immer mehr Zulauf in der Tagesklinik, weil die Praxen der niedergelassenen Kollegen überlastet sind. Daher ist es sinnvoll, auch in diesem Bereich tätig zu sein“, erklärt die Fachärztin für Psychiatrie. Die vakante halbe Stelle in der Tagesklinik wird indessen durch eine klinische Psychologin besetzt, so dass die Fortführung der Therapieangebote auch dort gewährleistet ist.

Für beide Ärzte stellt der Eintritt ins Medizinische Versorgungszentrum einen fließenden Übergang von der Krankenhausarbeit zur Versorgung von Patienten in einer Praxis dar. Dabei vermeiden sie ein überhöhtes wirtschaftliches Risiko und können gleichzeitig auf ein Netzwerk von Kollegen zurückgreifen. Insofern hat diese Form der Kooperation zwischen Krankenhaus, MVZ und niedergelassenen Ärzten Modellcharakter nicht nur für Dithmarschen.

Ausgangspunkt aller Überlegungen war die deutliche Unterversorgung der Bevölkerung in den ländlichen Regionen Schleswig-Holsteins mit Psychiatern. Die Kassenärztliche Vereinigung (KVSH) hatte daher Sonderbedarfszulassungen für neue Kassensitze zugestimmt und war mit entsprechenden Wünschen an das WKK herangetreten. Im Krankenhaus wurde daraufhin das kooperative Konstrukt zusammengestellt – und mit Marianne Birresborn und Andreas Nottelmann zwei erfahrene Fachärzte gefunden, die bereit waren, auch in der Praxis tätig zu sein.

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