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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 20:55 Uhr

Vitanas : Psychiatrisches Centrum vor Verkauf

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Gestern wurden die Mitarbeiter von Vitanas informiert, wie es mit dem Haus in Glückstadt weitergeht. Ein US-Investor will den Pflegesektor ausbauen,

von
erstellt am 01.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Das Psychiatrische Centrum Glückstadt soll verkauft werden. Darüber wurden gestern die Mitarbeiter in einer Versammlung informiert. Die Einrichtung, die zur Vitanas GmbH & Co gehört, ist ein privat geführtes Unternehmen. Das große Familienunternehmen von Nikolai P. Burkart befindet sich in Gesprächen mit einem Interessenten, der den mehrheitlichen Erwerb ihrer Unternehmensanteile in Erwägung zieht. Das teilte gestern ein Sprecher von Vitanas auf Anfrage unserer Zeitung mit. Er bestätigte, dass es sich bei dem Kaufinteressenten um den US-Finanzinvestor Oaktree handelt.

„Die Gespräche zwischen dem Interessenten und den derzeitigen Eigentümern sind noch nicht abgeschlossen“, erklärte der Sprecher. „Ob und wann eine Einigung erzielt werden kann, lässt sich noch nicht verlässlich abschätzen.“ Deshalb könnte auch heute noch nicht über Details gesprochen werden. So auch nicht zur Zukunft der psychiatrischen Einrichtung in der Engelbrechtschen Wildnis. Vitanas ist einer der größten privaten Pflegeheimbetreiber in Deutschland. 4400 Beschäftigte sind in verschiedenen Bereichen tätig.

Das „Psychiatrische Centrum“ in der Engelbrechtschen Wildnis hat 110 Plätze für die Pflege mit 100 Mitarbeitern sowie 110 Plätze in der Integration mit 70 Mitarbeitern. Das Gebäude – es ist ein ehemaliges Lazarett aus dem Jahr 1938 – ist veraltet. Deshalb soll es ausgebaut werden. Die Umbaupläne, so hieß es gestern in der Mitarbeiterversammlung, sollen trotz Verkaufs umgesetzt werden. Finanziert werden sie dann noch vom bisherigen Besitzer. Entstehen werden dann 205 Pflegeplätze, geplant sind Einzelzimmer.

Dafür soll der Bereich Integration gestrichen werden. Diese Nachricht schockierte die Mitarbeiter dieses Bereiches. Einziger Trost war, dass diese Plätze im Kreis Steinburg verankert sind. Für den Bereich wird ein anderer Käufer gesucht. Ob es einen gibt, ist allerdings unklar. Diese Mitarbeiter haben eine andere Qualifikation als die in der Pflege und könnten somit trotz geplanten Ausbaus nicht bleiben.

Die Arbeitnehmer wurden gestern vom Einrichtungsleiter informiert. Das erklärte auf Anfrage Laurent Burkart, Leiter Marketing und Kommunikation und Neffe des Eigentümers. Auch er verwies wie der Sprecher des Unternehmens darauf, dass weitere Einzelheiten noch nicht genannt werden können. Der Eigentümer von Vitanas lege nach eigener Aussage großen Wert darauf, „dass ein potenzieller Käufer ein ernsthaftes Interesse daran zeigt, die in den letzten Jahren erreichten hohen Qualitätsstandards in Pflege und Betreuung kontinuierlich auszubauen und weiterhin regelmäßig in die Einrichtungen, das Personal und das Betreuungsangebot zu investieren“.

Maren Nagel, Bürgermeisterin der Engelbrechtschen Wildnis, wurde gestern von der Nachricht überrascht. Deshalb wollte sie zunächst keine Aussage dazu treffen. „Wir müssen abwarten, wie es weitergeht.“

Heute hat der Betriebsrat die Mitarbeiter zu einer Betriebsversammlung eingeladen. Mit dabei sein werden auch Vertreter der Gewerkschaft.

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