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Feuer in Schulzentrum in Heide : Prozess gegen Jugendliche: „Der Schaden geht in die Millionen“

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Vergangenes Jahr brannten in Dithmarschen mehr als nur Papiercontainer und Sperrmüll. Vier Angeklagte stehen vor Gericht.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2015 | 13:22 Uhr

Meldorf | Der Prozess wegen einer Brandserie im Kreis Dithmarschen im vergangenen Sommer hat am Dienstag vor dem Amtsgericht Meldorf begonnen. „Die vier Angeklagten waren zum Zeitpunkt der zur Last gelegten 14 Taten zwischen 16 und 19 Jahre alt“, sagte die zuständige Pressesprecherin des Landgerichts Itzehoe, Julia Gärtner. Den jungen Tätern werden gemeinschaftliche Sachbeschädigung und gemeinschaftliche Brandstiftung vorgeworfen. „Der Gesamtschaden geht in die Millionen“, sagte Gärtner.

Zwischen Juli und Oktober 2014 sollen die mutmaßlichen Täter anfangs Papiercontainer, Sperrmüll und eine Gartenlaube angezündet haben. Dann brannte eine Halle mit Stroh und landwirtschaftlichen Maschinen aus. Zerstört oder beschädigt wurden danach ein Stellwerkhaus, ein Rohbau, ein ehemaliger Schweinestall und eine als Lauftreff im Wald genutzte Holzhütte des Sportvereins MTV Heide.

Höhepunkt der Brandstiftungen war in der Nacht zum 9. Oktober ein Großbrand in einem Schulzentrum in Heide. Dort stürzte das Dach einer in Brand gesteckten Sporthalle zusammen. Ein Übergreifen der Flammen auf die zweite Halle des Turnhallenkomplexes konnte die Feuerwehr gerade noch verhindern. Drei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt.

Insgesamt waren mehr als 200 Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Polizei im Einsatz. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten rund 30 Anwohner ihre Häuser und Wohnungen in unmittelbarer Nähe des Brandortes verlassen.

Noch während der Löscharbeiten nahm die Polizei in der Nähe zwei 17 und 18 Jahre alte Tatverdächtige fest. Die weiteren Ermittlungen führten am Ende zur Anklage der vier Jugendlichen beziehungsweise Heranwachsenden. Einem Angeklagten hält die Staatsanwaltschaft 14 Taten vor, den anderen das Mitwirken an vier, fünf beziehungsweise sechs Brandstiftungen.

Da die Angeklagten inzwischen weitgehend geständig gewesen seien, habe das Gericht lediglich zwei Verhandlungstage angesetzt, sagte Gärtner. Sollte es dabei bleiben, werde das Urteil bereits am Donnerstag (26. Februar) erwartet. „Die Bandbreite des möglichen Strafmaßes reicht von erzieherischen Maßnahmen bis zu mehrjährigen Jugendstrafen.“

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