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Nach Mord an Kioskbetreiber in Heide : Prozess gegen 20-Jährigen startet am Donnerstag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Täter ging brutal vor: Bei einem Überfall auf einen Tante Emma Laden in Heide wurde im Oktober ein 73-Jähriger Kaufmann erstochen. Jetzt beginnt der Prozess gegen einen 20-Jährigen.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2015 | 16:15 Uhr

Heide/Itzehoe | Vor dem Landgericht Itzehoe wird am Donnerstag ein Raubmord aus Heide aufgerollt. Die Staatsanwaltschaft hat einen 20 Jahre alten Mann angeklagt, im Oktober letzten Jahres den Inhaber eines Tante Emma Ladens getötet zu haben. Kunden hatten den blutüberströmten Leichnam des 73-Jährigen in seinem kleinen Lebensmittelgeschäft am Wulf-Isebrand-Platz/Lüttenheid entdeckt: Der Körper wies mehrere Stichverletzungen auf.

Der Überfall im Oktober 2014 hatte die Menschen in der ansonsten idyllischen Kleinstadt geschockt. Der mutmaßliche Täter wurde knapp eine Woche nach der Tat bei einer Routinekontrolle in einem Zug in Niedersachsen festgenommen. Nach Angaben der Ermittler legte er ein Geständnis ab: Er habe den Kaufmann Boje-Peter Foss ausgeraubt und umgebracht.

Die Kripo war dem jungen Mann durch die Überprüfung zahlreicher Zeugenaussagen und Hinweise aus der Bevölkerung auf die Spur gekommen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung wurden Beweismittel gefunden, die zum Erlass eines Haftbefehls wegen Mordes reichten. Im Rahmen einer bundesweiten Fahndung konnte der mutmaßliche Täter in Rotenburg/Wümme festgenommen werden. Er wartet in der Justizvollzugsanstalt Neumünster auf seinen Prozess. Das Verfahren findet wegen seines Alters vor der Jugendkammer des Landgerichts statt. Bei einem Schuldspruch drohen ihm bis zu zehn Jahre Jugendstrafe.

Nach dem Verbrechen war die Betroffenheit in Heide groß. Anwohner legten nach der Tat Kerzen und Blumen vor dem Geschäft nieder, um ihrer Anteilnahme Ausdruck zu verleihen. Für viele Anwohner war der Kaufmannsladen eine Anlaufstelle und der Einkauf an der Ecke ein wichtiger täglicher Kontakt. „Wenn ich den Laden betreten habe, hat er immer gesagt: Hallo Frau Ips!“, erinnert sich Brigitte Ipsen. Sie kauft seit neun Jahren regelmäßig ihre Brötchen in dem kleinen Laden in Lüttenheid und lächelt, als sie sich an den Spitznamen erinnert, den ihr der Kaufmann gegeben hat.

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