zur Navigation springen

Auf Tour : Provinzband erobert die britische Insel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Coversongs und Party im ganz eigenen Stil: „Zack Zillis“ spielen insgesamt 18 Shows in England und Schottland.

von
erstellt am 29.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Wenn Mama Sunshine singt, der Heilige Bim Bam seine Gitarre bearbeitet und Pit Brett sein Schlagzeug, dann ist Party-Zeit mit „Zack Zillis“. Die sechsköpfige Band um den Wilsteraner Stephan Vollbehr – der Heilige Bim Bam eben – ist seit der Gründung 2007 von Jahr zu Jahr erfolgreicher unterwegs. Jetzt steht sie vor einer Premiere: Fast den ganzen Oktober lang touren die Musiker für insgesamt 18 Shows über die britische Insel.

Vollbehr war Anfang der 90er Jahre Gitarrist der Erfolgsband „Illegal 2001“, betreibt heute eine Event-Agentur. „Zack Zillis“ gründete er gemeinsam mit Björn Both, nun Sänger von „Santiano“. Musik wollten sie machen, sich live auf der Bühne austoben. „Es war nie in dieser Dimension wie jetzt geplant“, sagt Vollbehr. Doch das Konzept, nicht nur Coversongs, sondern eine inszenierte Rockshow zu bieten, kam an, über Jahre auch auf dem Itzehoer Weinfest. Wegen der Fülle der Anfragen macht sich „Zack Zillis“ in der Heimatregion rar, tritt dafür auf in Österreich, der Schweiz, zunehmend den östlichen Bundesländern und vor allem im Bereich von Hannover bis Münster. Rund 60 Shows im Jahr waren es bisher, das sei auch seine persönliche Grenze, sagt Vollbehr.

Doch dieses Jahr werden es fast 80. Bei einer Großveranstaltung in Münster schaute ein Geschäftsmann zu, der die größten Oktoberfest-Partys außerhalb Deutschlands veranstaltet. In Hamburg hörte er sich „Zack Zillis“ ein zweites Mal an, dann verpflichtete er die Band: „Eine Provinzband zieht in die große, weite Welt“, sagt Vollbehr, selbst noch überrascht. Edinburgh, London, Birmingham und Glasgow sind ab 1. Oktober die Ziele, teils gibt es fünf Auftritte an fünf Tagen. Das sei eine Mischung aus Kunst und Dienstleistung, erklärt der Gitarrist: „Man hat einfach den Job, eine gute Party zu machen.“ Dazu gehört das eigene Programm mit Medleys und speziellen Arrangements, in denen „Major Tom“ auch schon mal als Reggae daherkommt. Doch die Band beachtet ebenso die speziellen Anforderungen eines Oktoberfestes: „Das ganze Paket mit Prosit und Hände hoch wird von uns bedient.“

Einen „Versuchsballon“ gab es gerade mit drei Shows an einem Wochenende in Stockholm. „Sehr enthusiastisch“ hätten die Schweden reagiert, schildert Vollbehr. Fast schon zu sehr, denn anstatt an den Bänken zu sitzen und zu trinken, hätten sie darauf gestanden und gefeiert – „und wir mittendrin“. Es sei eine andere Welt, musikalisch wie auch kulturell, und nicht anders werde es auf der Insel: „Wir sind total gespannt, weil es totales Neuland für uns ist.“ Extra-Spannung gibt es für Vollbehr: Wie wird wohl der Schottenrock ankommen, den er auf der Bühne trägt? Shows mit Tausenden Besuchern sind zu erwarten, mehr als 20 000 Tickets sind bereits verkauft.

Groß geprobt wird dafür nicht, vier bis fünf Mal im Jahr treffen sich die Musiker aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen, die teils von ihrer Kunst leben, bei Vollbehr in Wilster. Das funktioniere, weil vieles über Jahre gewachsen sei und Arrangements vorher entstünden. Ihre eigene Technik transportiert die Band dann im Bus nach England und Schottland, die Musiker aber fliegen. Als Ersatzsängerin kommt sogar Sylvie Braun aus Kiel nach, um Sina Brandt und Wolfgang Gerdes zu entlasten.

Andere Bandmitglieder werden ebenfalls im Laufe eines Jahres vertreten, so auch Vollbehr. Ihm reichten auch 40 Shows im Jahr, sagt der 49-Jährige. Für ihn persönlich sei die Tour in Großbritannien eher ein Job, der Entbehrungen mit sich bringe, denn Frau und zwei Kinder sieht er erst nach dem 26. Oktober wieder: „Ich weiß jetzt schon, dass mir mein Zuhause fehlen wird.“ Dennoch wird „Zack Zillis“ auch im kommenden Jahr wieder viel unterwegs sein, zudem ist ein Album geplant mit Live-Titeln, aber auch eigenen Songs. Denn es schlummere viel Kreativität in den Musikern.

>Auf Facebook wird „Zack Zillis“ ein Tour-Tagebuch führen.


zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen