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Demonstration : Protestaktion gegen atomare Gefahren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Am 24. April wird die Straße vor dem Kernkraftwerk Brokdorf wieder zur bunten Meile. Mit Musik und Aktionen soll vor atomaren Gefahren gewarnt werden.

Genau 30 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl halten Atomkraftgegner mehr denn je an ihrer Forderung fest: Brokdorf muss abgeschaltet werden. Zahlreiche Initiativen und Umweltverbände, aber auch mehrere politische Parteien rufen für Sonntag, 24. April, zur mittlerweile vierten Protest- und Kulturmeile vor dem Kraftwerksgelände an der Elbe auf. „Kein Verantwortlicher kann ernst behaupten, es gäbe eine Lösung für die Lagerung von radioaktiven Abfällen“, begründet Karsten Hinrichsen von Brokdorf-akut den anhaltenden Widerstand. Vor diesem Hintergrund müsse die Anlage sofort abgeschaltet werden, damit nicht noch weiter Atommüll produziert werde.

Die Veranstalter beginnen mit einer Kundgebung zur symbolträchtigen Zeit genau drei Minuten vor zwölf. Dabei soll insbesondere an die für viele Menschen tödlichen und gesundheitsschädlichen Folgen der Tschernobyl-Katastrophe erinnert werden. Ins Blickfeld wollen die Organisatoren aber auch ein weiteres Mal Fukushima rücken. Das Unglück dort zeige, dass „dies jederzeit und überall passieren kann, wo ein Atommeiler in Betrieb ist“. Die Atomkraftgegner wollen deshalb nicht warten, bis Brokdorf planmäßig zum 31. Dezember 2021 abgeschaltet wird.

„Wir versuchen, weiter dagegenzuhalten“, sagt Hinrichsen. Er und seine direkten Mitstreiter, Gisela Wieneke von der BUND-Kreisgruppe Steinburg und Marianne Kolter von der Anti-Atom Initiative Pinneberg, hoffen nicht nur auf gutes Wetter, sondern auch auf viele Teilnehmer und Besucher. Diese erwartet neben einigen Redebeiträgen ein buntes Programm mit Musik und Unterhaltung. „Wir wollen es wieder familiengerecht aufziehen“, kündigt Hinrichsen an. Den musikalischen Part bestreitet auch in diesem Jahr der heute im Rheinland lebende gebürtige Glückstädter Gerd Schinkel. Er hatte in Bonn Jura studiert und sich nebenbei seine Wut über die Geschehnisse in Brokdorf von der Seele geschrieben. Heraus kamen dabei Protestlieder wie „Büttel der großen Konzerne“ oder auch der „Katastropheneinsatzplan“ aus dem Jahr 1976 – bis heute wohl sein bekanntestes Lied. Dauerthema seiner Lieder ist der „Atomwahnsinn“. Zur Einstimmung auf die Demo am 24. April gibt Gerd Schinkel am Freitag, 22. April, im „Himmel und Erde“ in Itzehoe ein Konzert.

Wer sich auch visuell auf die Protest- und Kulturmeile einstimmen will, kann dies bereits am Sonntag, 17. April, um 10.30 Uhr im Itzehoer Kino CineMotion tun. Da wird der Film „Unser gemeinsamer Widerstand“ gezeigt. Der Streifen wird seit Februar 2013 in teils namhaften Kultureinrichtungen vieler Städte im In- und Ausland gezeigt. Eigentlich wollten die vier Filmemacher mit der Vorführung am 14. Januar im voll besetzten Altonaer Museum ihre Tournee beenden. Eine Zuschauerin vom BUND Steinburg mailte nach der Altonaer Vorstellung spontan: „Der Film im Altonaer Museum hat mich sehr beeindruckt. Ich bin erst Anfang der 80er Jahre in den Norden gezogen und erst Atomkraftgegnerin geworden, als Brokdorf bereits im Bau war. Die Auseinandersetzungen der 70er Jahre um die Atomkraft  kenne ich zwar aus vielen Filmen und Einzelberichten, aber nie habe ich sie in solch einer Konzentration erlebt.  Und ich finde, dass  wir unter anderem der jungen Generation zeigen sollten, wie der Widerstand gegen die Atomkraft gelaufen ist, der letztendlich dazu geführt hat, dass Brokdorf das letzte Atomkraftwerk in Deutschland ist, das gebaut wurde.“ So kommt der Film nun nach Itzehoe.

Das zum Einstieg vorgetragene Lied von Jana Nitsch dürfte für viele Zuschauer gelten: „Ich werde an Orte geweht, die ich noch nie gesehen habe“. Im Anschluss folgt eine Diskussion über die Entwicklung der Anti-AKW-Bewegung sowie die Gefahren beim Rückbau der Atomanlagen.


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erstellt am 13.Apr.2016 | 05:35 Uhr

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