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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 11:09 Uhr

Wirtschaft : Propeller international gefragt

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Firma Piening Propeller in der Blomeschen Wildnis ist gut aufgestellt/ Neue Entwicklungen werden auf Hamburger Schiffbau-Messe vorgestellt

„Wir sind gut durch die Schifffahrtskrise gekommen“, sagt Mathias Pein (48). „Wir hatten viele Aufträge.“ Während die Schifffahrtsbranche allgemein stöhnte, ist der Inhaber von Piening Propeller zufrieden. Die Propeller aus der Blomeschen Wildnis sind gefragt, auch bei der türkischen Marine. Die Werft, die für den Staat Schiffe baut, bescherte über Jahre stabile Arbeitsplätze. Und auch darüber hinaus, denn auch Turkmenistan hat den Schiffstyp bestellt – mit den Propellern aus Deutschland. 2009 wurden sogar zehn weitere Mitarbeiter eingestellt.

Propeller und komplette Systeme werden nicht nur für die Marine gebaut, sondern auch für Megayachten, Spezialschiffe, Fischereischiffe, Schnellboote, Behörden- und Spezialschiffe. Mittlerweile hat das Unternehmen 65 Mitarbeiter, vor zehn Jahren waren es noch 45.

Das Erfolgsrezept heißt „Made in Germany“ – geboten wird hochwertige maßgefertigte Schiffsantriebstechnik. „Wir haben das Know how“, sagt Mathias Pein. Vor Ort werde komplett alles gebaut und vorhanden ist eine hauseigenen Gießerei. Lediglich Schmiedeteile werden zugekauft. „Dadurch sind wir unabhängig.“

Viel Wert legt Mathias Pein auf hohe Qualität. Mit Erfolg, denn das mittelständische Unternehmen hat sich einen Namen gemacht in der Branche. Auch vor großen Konkurrenten wie Rolls-Royce muss sich Mathias Pein nicht fürchten. Denn sein Vorteil ist: „Bei uns ist alles beständig. Die Kunden haben immer dieselben Ansprechpartner, das wird von Kunden geschätzt.“ Ihm gehe es nicht um die bloße Lieferung von Komponenten, sondern darum, in Zusammenarbeit mit den Werften und Schiffseignern eine passende Gesamtlösung zu entwickeln und umzusetzen. Und ihm ist wichtig, dass „an einem Strang gezogen wird.“ Ein weiterer Pluspunkt: „Wir sind als mittelständisches Unternehmen flexibel. Der Erfolg beruht auf der Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter.“

Zurzeit hat Piening Propeller noch Aufträge für die kommenden Jahre, deshalb sieht Mathias Pein zuversichtlich in die Zukunft. Zudem wird an einem neuen Produkt gearbeitet: „Wir designen eine Verstellpropeller-Anlage.“ Vorgestellt wird dies Produkt erstmals auf der weltgrößten Messe der internationalen Schiffbauindustrie, der SMM im September in Hamburg.


Piening Propeller – gegründet in Glückstadt


 

Gegründet wurde die Firma 1929 von Otto Piening. Damals unter dem Namen „Glückstädter Spezialwerk für Schiffspropeller“, mit Firmensitz am Glückstädter Hafen. 1935 und 1952 wurde zweimal erweitert, bevor Piening 1972 zum Altendeich 83 umzog. Dort wurde unter der Leitung von Mathias Pein in den vergangenen Jahren kontinuierlich die hauseigene Dreherei ausgeweitet, in der nun Teile bis zu 16 Metern Länge, einem Durchmesser von vier Metern und einem Stückgewicht von bis zu zehn Tonnen gefertigt werden können. „In der eigenen Gießerei werden die überwiegend aus Marinebronze- oder Nickel-Aluminiumbronze-Legierungen gefertigten Propeller vor Ort geformt und gegossen, was die Vielfalt und Qualität zusätzlich erhöht.“

Ein weiteres Geschäftsfeld sind die Reparatur beschädigter Propeller sowie Wellenanlagen und Leistungsanpassungen. Zudem werden defekte Maschinenteile aus der Industrie repariert.

Es ist nach wie vor viel Handwerk, doch spielen auch Computer mittlerweile eine wichtige Rolle. Vor allem bei den modernen Konstruktionen. So können individuelle Anforderungen optimal erfüllt werden, sagt der Firmenchef. „Um die perfekte Konstruktion zu finden, arbeiten wir in der Planung und Konzeption bei Bedarf eng mit Schiffsbauversuchsanstalten zusammen.“

Seit 2009 ist Piening Propeller für den Bereich Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Propellern und Wellenanlagen sowie für Reparatur und Service von Antriebsanlagen durch die Gesellschaft Germanischer Lloyd Certification zertifiziert. Im eigenen Prüflabor werden Material und Qualität der Produkte ständig dahin gehend kontrolliert, dass sie den Vorschriften der Klassifikationsgesellschaften gerecht werden und den anzuwendenden ISO-Normen entsprechen.

Für die Zukunft sieht Geschäftsführer Mathias Pein eine klare Ausrichtung seines Unternehmens: „Es ist uns in den vergangenen 15 Jahren gelungen, uns als vertrauensvoller Partner besonders für die Bereiche Megayachten, Schiffe für die Marine und für die Küstenwache sowie Forschungsschiffe zu etablieren. Diese Position möchten wir weiter ausbauen und festigen.“

Otto Piening war schon 75 Jahre alt, als er seinen Neffen Horst Koehler in die Firma holte und ihn als direkten Nachfolger adoptierte. Piening selbst zog sich aus dem Geschäft zurück. Er starb im November 1986.

1996 gab Horst Piening-Koehler die Geschäftsführung an seine Tochter Petra Köhler-Pampel und seinen Neffen Mathias Pein ab. Seit 1998 führt Pein die Geschäfte allein. Seine Cousine Petra Köhler-Pampel ist aber noch Mitgesellschafterin.

 

>Infos:www.piening-propeller.de

 

 

 

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erstellt am 14.Mai.2014 | 17:00 Uhr

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