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Präventionsarbeit : Promillebrille – und weg ist die Kontrolle

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Präventionsbeamte haben in den vergangenen Tagen Schüler am Regionalen Berufsbildungszentrum über die Gefahren von Akohol im Straßenverkehr aufgeklärt. Dabei kam unter anderem der Überschlagsimualtor zum Einsatz.

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erstellt am 26.Nov.2014 | 17:00 Uhr

Der Kumpel trinkt nach dem Fußballspiel drei Bier − und fährt noch mit dem Auto nach Hause. Oder der Bruder, der nach mehreren „Kurzen“ noch eben mit dem Auto zum Imbiss fahren möchte. Beispiele gibt es genügend. Für sie alle gilt: Auto stehen lassen. Das vermittelten die Präventionsbeamten Astrid Heidorn und Wolfgang Wein in den vergangenen Tagen gut 800 Schülern am Regionalen Berufsbildungszentrum.

„Es geht darum, die jungen Fahranfänger auf ihre Verantwortung für Mitfahrer und sich selbst hinzuweisen“, sagte Astrid Heidorn. Sensibilisieren und Informieren seien die Stichworte. Denn jeder fünfte schwere Verkehrsunfall werde durch einen 18- bis 25-Jährigen verursacht. Häufigste Gründe sind zu schnelles Fahren sowie Drogenkonsum und Alkoholgenuss vor Fahrtantritt. Um die Gefahren, die damit verbunden sind, darzustellen gab es im rbz drei Stationen. Wolfgang Wein zeigte den Schülern einen Film, in dem eine junge Frau ums Leben kommt, weil ihr Freund sich betrunken hinter das Steuer gesetzt hatte. „Klären Sie vorher, wer fährt. Und derjenige trinkt dann nicht“, lautete Weins Appell. Dabei gelte es auch, Zivilcourage zu zeigen und Angetrunkene nicht mehr fahren zu lassen. Nach dem Film konnte gefragt und diskutiert werden. Dabei hatten die Jugendlichen häufig selbst Beispiele, bei denen Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schlimme Folgen hatte. Auch die so genannten Disko-Unfälle wurden thematisiert. „Wir stellen viel Betroffenheit fest, das Thema interessiert alle“, sagte Wein.

Anschließend konnten die jungen Erwachsenen erleben, wie Alkohol die Sinne benebelt. Dazu setzten sie eine „Promillebrille“ auf, die einen Zustand von 0,5 bis 0,8 Promille simuliert, und mussten unter anderem eine Linie entlang laufen. „Sie erfahren den Kontrollverlust“, erläuterte Astrid Heidorn, die in dem Zusammenhang auch grundsätzlich über die Promillegrenzen informierte. Doch die Beamtin warnte die Schüler: „Man kann sich nicht an die Grenzen herantrinken.“

Der Höhepunkt folgte zum Schluss: Der Überschlagsimulator kam zum Einsatz. Dieser soll die Bedeutung des Sicherheitsgurtes sowie die korrekte Einstellung von Sitzen und Kopfstützen vermitteln. Dazu stiegen die Schüler in einen Polo, der sich dann auf den Kopf drehte. „Sie sollen einfach mal die Erfahrung machen“, erläuterte Carsten von Oppeln von der Kreisverkehrswacht. Für die 20-jährige Nancy Jürgensen war es „sehr merkwürdig“, kopfüber im Auto zu hängen. „Ich habe mich sehr unwohl gefühlt.“ Dennoch sei es ein guter Test für den Ernstfall gewesen, sagte die angehende Friseurin.

„Wir freuen uns über jeden, den wir erreichen“, sagt Astrid Heidorn. Die Präventionsbeamten klären mit der Aktion „Junge Fahrer“ seit mehr als zehn Jahren über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr auf.

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