zur Navigation springen

Charity-aktion : Promi-Gitarre gegen Höchstgebot

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Unterschriften von Helene Fischer, Pur und Jan Delay: Schenefelder Matthias Kremer will Erlös aus dem Instrumentenverkauf Familien der Itzehoer Explosionsopfer spenden.

Die Itzehoer Schützenstraße beschreibt Matthais Kremer zwei Jahre nach der Gasexplosion mit wenigen Worten: Verschwundene Häuser, neu gebaute Häuser, leere Grundstücke, noch immer verbretterte Fenster und eine Laterne als Mahnmal. Noch heute bewege ihn dieses Unglück, das vier Menschen das Leben kostete. „Ich konnte damals überhaupt nicht begreifen, was überhaupt passiert war“, erinnert sich Kremer an den Tag der Katastrophe. Genau so lange laufen mittlerweile die Vorbereitungen seiner Hilfe. „Mir war sofort klar, dass ich den Überlebenden irgendwie helfen muss“ , sagt Kremer. Wie, war ihm im ersten Moment egal. „Ich hätte ein Benefizkonzert geben können“, sagt der Würzburger Musiker und Wahl-Schenefelder. „Aber ich war neu hier – mich kannte keiner und ich kannte niemanden.“ Also kam der Musiker auf die Idee, eine von mehreren Künstlern signierte Gitarre zu Gunsten der Überlebenden zu versteigern.

„Erstmal hatte ich überhaupt keinen Plan, wie ich das eigentlich anfangen sollte“, sagt der Texter, Komponist und Sänger, dem schließlich seine geschäftlichen Verbindungen zu der Firma „Dimavery Instruments“ einfiel. „Die stellten mir auf Anfrage für diese Aktion spontan eine Gitarre zur Verfügung“, sagt Kremer, für den damit das Projekt „Eine Gitarre geht auf Reisen“ geboren war. Über Emails nahm er schließlich mit Künstlern, Agenturen und Konzertveranstaltern Kontakt auf. „Das wurde irgendwann zu einem Selbstläufer“, stellte der Schenefelder zufrieden feststellen.

Einen Strich durch die Rechnung machte ihm allerdings das Finanzamt. „An der Gemeinnützigkeit drohte das Projekt zunächst zu scheitern“, erklärt der Musiker, der sich schließlich Hilfe beim Vorsitzenden des DRK-Ortsverbandes Schenefeld, Markus Wasserthal holte. „Wir haben nun die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen, so dass alles seinen richtigen Weg läuft“, sagt Wasserthal. Schließlich wollte Kremer etwas eigenes machen und nicht einen x-beliebigen Betrag auf das Spenden-Sammelkonto einzahlen. Umso glücklicher war er dann auch, als er die erste Zusage für eine Signatur von Jon Flemming Olsen alias Ingo aus der Fernsehserie „Dittsche“ und Olli Dittrich erhielt. „Wir vereinbarten einen Termin am Set – dieser musste jedoch noch einmal wiederholt werden“, erzählt Kremer lächelnd. „Leider hatten wir alle übersehen, dass die Gitarre noch mit einer transparenten Folie beklebt war.“ Inzwischen haben sich auch Künstler wie Milow, Jan Delay und Helene Fischer auf der Gitarre, die ab heute über „Ebay charity“ versteigert werden soll, verewigt.

Von einem unvergesslichen Wochenende in der Arena auf Schalke erzählt Kremer besonders gern. „Dort habe ich ein Konzert von Pur besucht – und alle Bandmitglieder haben ebenfalls die Gitarre persönlich signiert. Unterstützung erhielt der Schenefelder zudem durch Bodo Bach, der sich mit einer signierten DVD und einem Cartoonbuch von Ruthe an der Auktion beteiligt. Des weiteren erfuhr Martin Engelien, langjähriger Bassist der Klaus Lage Band, von dem Vorhaben und stellte CDs seiner GoMusic-Aktion zur Verfügung.

Ganz besonders gefreut hat sich Matthias Kremer über den von der Firma Warwick & Framus/Warwick Distribution zur Verfügung gestellten Streamer Mini-Bass mit dem Autogramm der Bass-Legende Larry Graham, der unter anderem bei Prince spielte. „Gemeinsam sind wir stark, und es ist wunderbar, welche Kreise diese Aktion inzwischen gezogen hat“, freut sich Kremer auf den Beginn der Versteigerung. „Ich hoffe sehr, dass sich möglichst viele Menschen an der Auktion beteiligen“, sagt Kremer, der nach der Versteigerung die zweckgebundene Spende an die Familien der vier Opfer der Gasexplosion in der Itzehoer Schützenstraße persönlich übergeben möchte.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen