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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 13:48 Uhr

Wirtschaft : Prokon wirbt um neues Vertrauen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Neue Genossenschaft erzielt Gewinne im Deutschland-Geschäft / Rekord-Windpark in Sachsen-Anhalt im Bau

von
erstellt am 16.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Neuer Windpark, neue Anleihe, neuer Vorstand: Von „Krise“ und „Insolvenz“ redet man nur noch ungern bei Prokon. Der Blick der Genossenschaft, die nach mehrmonatigem Insolvenzverfahren am 1. August vergangenen Jahres neu durchstartete, richtet sich vor allem in die Zukunft.

Obwohl erst zwei Wochen im Amt, verkündete Vorstand Heiko Wuttke nach Abschluss der Generalversammlung große Pläne: Seit Dezember sei der Windpark Gagel in Sachsen-Anhalt mit 16 Anlagen und einer Gesamtleistung von 48 Megawatt im Bau. „Das größte Einzelprojekt, das Prokon in seiner über 20-jährigen Geschichte in Angriff genommen hat.“ Weitere Anlagen mit einer Gesamtleistung von 50 bis 60 Megawatt will sich Prokon noch in diesem Jahr genehmigen lassen.

Auf Entschädigung – zumindest teilweise – darf in diesem Jahr ein Teil der rund 63 000 Gläubiger hoffen: „Im dritten Quartal wird die Prokon-Anleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Euro auf den Markt kommen“, kündigte Wuttkes Vorstandskollege Henning von Stechow an, der ebenfalls seit Anfang April im Amt ist. Zu Inhabern der Anleihe, die mit 3,5 Prozent verzinst wird und bis 2030 läuft, werden – wie im Insolvenzplan vorgesehen – ehemalige Prokon Genussrechtsinhaber. Noch in diesem Jahr könnten sie mit ersten Rückzahlungen rechnen, so von Stechow.

Beide Neu-Vorstände sind dabei, sich einzuarbeiten. Für eine Übergangszeit stehen ihnen ihre Vorgänger Kai Peppmeier und Andreas Knaup, die lediglich vorübergehend die Geschäfte führten, weiter als Berater zur Seite. Die bescheinigten dem Unternehmen eine „sehr gute Basis“ für die weitere Entwicklung. So habe die Genossenschaft in ihren ersten fünf Monaten von August bis Dezember vergangenen Jahres in Deutschland rund 39 Millionen Euro umgesetzt und einen Vorsteuergewinn von 1,6 Millionen Euro erzielt. Der größte Teil stamme aus dem Betrieb der Windräder.

Für das laufende Jahr erwarte das Unternehmen einen Umsatz von 110 bis 115 Millionen Euro und wiederum ein positives Vorsteuerergebnis im einstelligen Millionenbereich. Gehe die Entwicklung so weiter, wie erwartet, dann könne das – auch für die knapp 200 Mitarbeiter am Standort Itzehoe – nur Gutes bedeuten, sagte Henning von Stechow. Größte Herausforderung für die Genossenschaft in den nächsten Monaten werde sein, das Vertrauen der Mitglieder zurückzugewinnen. Dazu Aufsichtsratschef Udo Wittler: „Einer Sache können Sie sich sicher sein. Mit Blick auf unsere Vergangenheit werden wir nicht in riskante Geschäftsfelder investieren, sondern uns ganz auf unsere Kernaufgaben konzentrieren.“

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