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Windkraftbetreiber aus Itzehoe : Prokon schlittert wieder in die roten Zahlen

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Das Unternehmen rechnet mit einem Verlust von bis zu 80 Millionen Euro. Es geht auch um Abschreibungen in Polen.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2017 | 16:58 Uhr

Itzehoe | Der Windparkbetreiber Prokon, der vor drei Jahren mit einer spektakulären Pleite Schlagzeilen machte, steckt wieder in den roten Zahlen. Für 2016 sei mit einem Konzernverlust von 75 bis 80 Millionen Euro zu rechnen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Itzehoe mit. Wesentliche Gründe für diese Entwicklung seien unterdurchschnittliche Winderträge durch das schlechteste Windjahr der vergangenen 20 Jahre sowie außerplanmäßige Abschreibungen auf Forderungen gegen die polnischen und finnischen Tochtergesellschaften. Dahinter stecken Steuerforderungen des polnischen Staates, der die Grundsteuer für Windparks erhöht hat.

Die Insolvenz von Prokon beschäftigte bereits die Gerichte. Im Zuge der Abwicklung des Energieunternehmens Prokon warfen Anleger dem Geschäftsführer vor, falsche Angaben im Werbeprospekt gemacht zu haben, Bankgeschäfte ohne Erlaubnis sowie ein Schneeballsystem betrieben zu haben. Die Forderungen der Kläger beliefen sich auf mehrere Millionen Euro Schadenersatz.

Prokon wurde nach der Insolvenz von den Gläubigern als Genossenschaft mit fast 40.000 Mitgliedern weitergeführt. Das Unternehmen betreibt mehr als 340 Windkraftanlagen mit einer Leistung von gut 600 Megawatt in Deutschland und Polen und versorgt knapp 30.000 Haushalte mit Öko-Strom. Der Umsatz liegt unterhalb von 100 Millionen Euro. Durch den Verlust sei die Liquidität des Unternehmens nicht beeinträchtigt heißt es in der Mitteilung. Für das laufende Jahr sei vor Steuern mit einem Gewinn zu rechnen.

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