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Unternehmen in Itzehoe : Prokon: Ringen um Kapital und ein Baustopp

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Kampf der Firma Prokon gegen die Insolvenz geht weiter - nicht ohne Erfolge. Ein Neubau liegt allerdings auf Eis.

von
erstellt am 15.Jan.2014 | 05:00 Uhr

Alles aus einer Hand – das ist das Credo bei der Firma Prokon. So wurde die eigene Windkraftanlage P3000 konzipiert, für deren Fertigung im vergangenen Juni ein großer Neubau an der Kirchhoffstraße eingeweiht wurde. Ein erster Prototyp des Rotors steht seit August in Mecklenburg-Vorpommern, der zweite soll nach Firmenangaben in Kürze in Nortorf bei Wilster aufgestellt werden. Alles aus einer Hand gilt auch bei Werbung und Vertrieb. Eigens dafür wird zurzeit an der Einfahrt zum Innovationsraum der nächste Neubau der Firma errichtet, der auch eine Druckerei aufnehmen soll. Das Gebäude ist fast fertig, nun ruhen die Arbeiten allerdings.

Der Grund ist der Kampf Prokons gegen die Insolvenz. Diese hatte das Unternehmen selbst angekündigt für den Fall, dass weiter Genussrechtskapital abfließt. Täglich werden nun auf der Internetseite neue Zahlen veröffentlicht. Die Summe des gekündigten Kapitals stieg demnach gestern auf 187,7 Millionen Euro. Parallel wurde aber gestern Nachmittag die Nachricht veröffentlicht, dass 4091 Genussrechtsinhaber ihre Papiere gehalten oder erhöht hätten oder Kündigungen zurückgenommen hätten. So sei Prokon Kapital in Höhe von fast 82,7 Millionen Euro nicht entzogen worden. Eine Wende zeichnet sich indes nicht ab: Bis zum Dienstag kündigten die Anleger Genussrechte in Höhe von 202,4 Millionen Euro. Das Genussrechtskapital beträgt dem Unternehmen zufolge knapp 1,4 Milliarden Euro. Zuvor hatte Prokon seine 75.000 Anleger in einem Schreiben gebeten, kein Kapital abzuziehen und bestehende Kündigungen rückgängig zu machen. Eine Planinsolvenz lasse sich nur beim Erhalt von mindestens 95 Prozent des Genussrechtskapitals verhindern. Fünf Prozent von 1,4 Milliarden Euro wären 70 Millionen Euro.

Beunruhigt zeigt sich in einer Erklärung der CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich: Für die Energiewende seien Privatanleger unverzichtbar. Es sei unerlässlich, dass Prokon das Vertrauen in seine Geschäftsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit wiederherstelle: „Das Unternehmen sollte mit größtmöglicher Transparenz auf die Vorbehalte reagieren.“ Auch die Landesregierung sei gefordert, alles Denkbare zu tun, gerade mit Blick auf das Prinovis-Aus.

Mit den Interessen der Anleger und 1300 Jobs gehe es um viel, so Helfrich. Nicht direkt betroffen ist dagegen der Kindergarten Schatzinsel, dessen 45 Plätze fast voll belegt sind: Prokon hat ihn gebaut, Mieter ist aber ein Trägerverein. Dabei bliebe es auch bei einer Insolvenz.

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